| 27. September 2000: Südchina |
ACHTUNG: alle wwf mitglieder und tierfreunde sollten den nun folgenden
abschnitt nicht lesen!
Guanzhou ist eine moderne 3 millionenstadt, welche keine besonderen
sehenswuerdigkeiten hat, aber sehr bekannt fuer eine artenreiche kueche
ist. die chinesen sind ja bekannt dafuer, dass sie alles essen was vier
beine hat - ausser einen tisch und alles was fliegt - ausser ein flugzeug!
so werden vor den restaurants diverse tiere praesentiert von welchen man
eines aussuchen kann und es wenig spaeter frisch zubereitet serviert
bekommt. die vielen aquarien mit div. fischen, schlangen, schildkroeten,
kaefer, schnecken, div. meerestiere, die kaefige vollgestopft mit
huehnern, enten, dachsen, versch. voegeln etc. erinnern eher an eine
zoohandlung als an ein restaurant! vor einem rest. sass auf einem kaefig
sogar ein riesiger pfau. als wir fragten, ob man den essen koenne, sagte
sie: na klar, wieviele personen...?
am naechsten tag gingen wir auf den markt... nebst all den
restaurant-tieren konnte man hier auch katzen und hunde, und alles nur
vorstellbare kaufen (lebendig, frisch geschlachtet oder getrocknet).
mitten im markt lernten wir einen jungen gut englisch sprechenden
chinesen kennen, welcher traditionelle chinesische medizin studiert.
nachdem er uns ueber die verwendung von all den vielen getrockneten
sachen aufklaerte, gingen wir zusammen einen tee trinken. doch die frau
vom rest. meinte wir muessen etwas essen. so bestellte unser chin.
freund etwas gemuese. nach etwa einer halben stunde kamen aber zwei
platten. eine mit gemuese und fleisch und auf der anderen bruzelte
etwas, das wie sweet and sour chicken aussah. er erklaerte uns, dass
dies "snake" (schlange) und "duck" (ente) war. na gut, wenn schon
dennschon dachten wir und liessen es uns schmecken (obwohl es seltsam
war die schlange zu essen) die rechnung war dann fuer chin.
verhaeltnisse sehr teuer (ca. 40 sfr) und unser chin. freund war sehr
veraergert als er herausfand, dass sie uns das teuerste essen
auftischten, dass sie hatten. es stellte sich heraus, dass es keine
normale schlange war, sondern eine giftschlange und dass "the duck"
keine ente war sondern ein "dog" (hund!) und zwar zu all dem noch ein
baby dog... so, wie wuerdet ihr euch nach so einer mahlzeit fuehlen? (es
war uebrigens ohne zu wissen was es ist, recht gut...) soviel zu
kommunikationsproblemen mit englisch sprechenden chinesen.
--- Liebe WWF Freunde, hier gehts wieder harmlos weiter ---
yangshuo, ein zwei sterne ort in unserem reisefuehrer (asias best!), war
unsere naechste destination. morgens um 4 uhr schmiss uns der fahrer aus
dem sleeperbus (wessen betten fuer uns leider 20 cm zu kurz sind!).
gemaess reisefuehrer, waren wir aber mehr als 10 stunden zu frueh. dies
weil in ganz china die strassen extrem verbessert wurden. da wir nun
schon mal so frueh wach waren, genossen wir den sonnenaufgang ueber dem
li river.
wir waren aber nicht alleine. halb yangshou war bereits auf den beinen.
viele aeltere leute machten tai chi uebungen, juengere joggten den
fluss entlang oder spielten federball! nach einem feinen
mueslifruehstueck, gingen wir dann um 8 uhr morgens in ein richtiges
bett.
das china das wir uns vorstellten, mit den markanten huegeln und den
reisfeldern, fanden wir hier! unsere 1 taegige radtour war wie eine
fahrt durch eine postkarte!
leider endete dieser wunderschone tag nicht so gut... der geldguertel
mit pass, kreditkarte etc. von jeannette war aus dem hotelzimmer
verschwunden. nach dem ersten grossen schock (dani war fast mehr
geschockt) mussten wir uns die naechsten paar tage mit anderem als nur
ausfluegen beschaeftigen. (polizei, div. telephone, annonce in der
guilin daily news!) doch mit hilfe von mami+papi, einem hollaendischen
paar (mentale unterstuetzung) und der schweizer boschaft in peking
(welche den pass zuschicken wird) konnten wir unsere reise trotzdem
richtung westen fortsetzen. (wir meinten am anfang wir muessen in die
entgegengesetzte richtung ca. 2000 km wieder richtung osten nach peking
zur schweiz. botschaft reisen!)
uebrigens wurde unser kulinarischer horizont in yangshuo mit einer
getrockneten, geraeuchten bambusratte erweitert (schmeckte wir minipic
von migros)
weiter gings dann im zug (hard sleeper) von guilin, welches etwas
noerdlich von yangshuo liegt, zur partnerstadt von zuerich. die 30
stunden im zug vergingen wie im flug. Malerische landschaften,
chinesische und klassische musik aus den lautsprechern und chinesisches
kartenspiel mit unseren hoellandischen reisebekannten machten die fahrt
zum reinsten vergnuegen.
kunming ist die stadt des ewigen fruehlings und war dank eines
bevorstehenden blumenfestivals mit tausenden von blumen geschmueckt. wie
die meisten chin. grosstaetde wurde auch kunming in den letzten paar
jahren extrem modernisiert und dabei wurde natuerlich der groesste teil
der schoenen altstadt zerstoert. (die chinesen nennen es nicht
zerstoeren, sondern moderniesieren) aber auch das neue kunming hat uns
sehr gut gefallen. die tausenden von radfahrer geben der stadt eine
freundliche und ruhige atmosphaere. eigentlich haette wir noch laenger
bleiben koennen, doch es zog uns weiter nach dali.
die 5-stuendige busfahrt fuehrte durch schoene gebirgslandschaften mit
vielen kleinen doerfern. trotz dass kunming sowie dali auf fast 2000m
hoehe liegen, hat es eine ueppige vegetation, bananenbaeume und
vereinzelt auch palmen. wir fanden eine wunderschoene bleibe in einem
alten holzhaus. (dort lernten zwei israelis kennen, die bereits von 2
schweizern gehoert haben welchen der pass gestohlen wurde...travellers
sind die schlimmsten kaffeetanten!)
dali hat eine grosse altstadt mit schoenen kleinen holzhaeusern und
liegt an einem see, umgeben von bergen. gestern wanderten wir 2 stunden
lang einen berg hinauf, durch waelder und friedhofgraeber (welche wie es
scheint ueber den ganzen hang verteilt sind) zu einem kloster. unterwegs
trafen wir keine menschseele an, trotzdem hatte es einige leute, denn im
modernen china benuetzt man natuerlich den sessellift! die aussicht war
einmalig und einmal mehr genossen wir die nun verdiente nudelsuppe
(unsere fast taegliche mahlzeit...)
heute besuchten wir einen ganz anderen ort, welcher in keinem
reisefuerer erwaehnt ist. denn der eigentliche grund weshalb es uns
nach dali "zog" war, dass wir in hongkong eine kanadierin kennenlernten,
welche uns von einem kloster in dali erzaehlte, in welchem sie einen
monat lang tai chi und kung fu trainierte.
nachdem wir dieses kloster nach einem 1 stuendigen fussmarsch
erreichten, wussten wir, dass dies der ort ist, welchen wir uns immer
vorgestellt hatten...!
der meister begruesste uns mit tee und nach einer kurzen unterhaltung
(gluecklicherweise konnte jemand englisch) erlaubte er uns morgen fuer
einen monat ins kloster zu ziehen.
also tschuess zaema...
p.s jeden freitag haben wir frei und koennen in die zivilisation zurueck
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Die Bilder sind vom Boot-Trip auf dem li river bei yangshuo
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