27. Oktober 2000: Kloster
hier sind wie wieder (back on the road). man nennt uns jetzt kung fu kid und tai chi girl! im tempel leben etwa 9 kids (kleine buddhistische moenche), zwischen 10 und 15 jahren, 2 maenner, die koechin und natuerlich der shifu (meister). er ist ein buddhistischer moench mit viel humor und unglaublich viel wissen! man sagt er sei im winter ueber den schnee gegangen, ohne spuren zu hinterlassen.

die ersten paar tage waren ziemlich schwierig, denn es regnete fast non stop und all unsere muskeln schmerzten vom ungewohnten training und dem vielen stretching. doch bald schien die sonne wieder und wir gewoehnten uns recht schnell an den tagesablauf, welcher fuer die kids schon um 5:30 begann. im tempel hat es eine riesige glocke, welche sie mit einem holzpflock anschlugen und dazu sangen und beteten. natuerlich wurden auch wir dann das erste mal aus den traeumen gerissen, standen aber "erst" um 7:00 auf zum morgen jogging! die morgentliche stimmung, der sonnenaufgang und die wunderschoene aussicht ueber dali, dem see und die berge faszinierten uns jeden tag aufs neue. um 8:00 gab's fruehstueck, nudelsuppe oder baotse (mit gemuese oder zucker gefuellte, gedaempfte teigtaschen) von 9.00 bis 12.00 trainierten wir, was an "baotse-tagen" immer schwierig war, weil wir immer zuviel assen...(hhmm). nach dem mittagessen (reis und 3-4 zutaten) "haengten" wir meistens herum und genossen die ruhe. um 14:00 bis 16:00 hatten die kids schulunterricht, dannach gabs fuer alle zusammen das nachmittagstraining bis 18:30. manchmal kam auch shifu auf den trainingsplatz, zeigte etwas vor (kung fu formen wie tiger, schlangen gottesanbeterin...) oder machte liegestuetze auf 2 fingern!

nach dem z'nacht sassen wir oft gemuetlich im innenhof des klosters mit or, einem islaeli der schon ein halbes jahr dort ist, zusammen. fuer die kids war dann zwischen 19:00 und 20:00 wieder beten und singen angesagt und danach repetierten sie noch bis ca. 21.30 den gelernten schulstoff! (ein wahnsinns tag) wir gingen immer recht frueh ins bett, da es nach dem znacht bereits dunkel war und es im kloster kein strom gab. (die solardusche war an sonnentagen schoen warm...)

fast jede woche wurde etwas religioeses gefeiert, dann kamen oft scharen von einheimisch, traditionell gekleideten bai frauen, brachten opfergaben, beteten, sangen und verbrannten berge von papier und raeucherstaebchen. der altar war dann geschmueckt mit schalen voll mit esswaren, welche dem buddha geopfert wurden (da der buddha jedoch nicht alles essen konnte, bekamen wir die feinen sachen zum z'mittag...) so bekamen wir einen kleinen einblick ins moenchsleben und wie es sich fuer einen richtigen moench gehoert, scherte sich dani natuerlich eine richtige, glaenzende glatze!

viele von euch fragen sich vermutlich wie das so ist in einem kloster, wo maenner und frauen leben. natuerlich hatten dani und ich separate zimmer fuer uns alleine! (no sex in the tempel!) so verging die zeit... wir haben viel gelacht v.a. mit den kids und shifu. wir verbrachten eine interessante, lehrreiche zeit mit vielen eindruecken, welche uns sicher noch lang in erinnerung sind. doch die zeit ist auch reif fuer neue abenteuer... wir werden nun unsere reise richtung dem kalten aber sicherlich wunderschoenem tibet fortsetzen. es wird vermutlich eine recht abenteuerliche reise, da die westroute von dali her offiziell fuer turisten gesperrt ist und die polizeipraesenz dementsprechend hoch ist....

ob wir's geschafft haben oder nicht, werdet ihr in etwa 3 wochen erfahren...


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Jeannette in der Trainings-"Halle" für Regenwetter oder wenn es zu heiss ist.


Dani mit Shifu (Meister) auf dem Trainingsplatz


Die Küche und Essraum


Aussicht aus Jeannettes Zimmer auf den Innenhof des Tempels