| 4. Januar 2001: Nepal |
Im Gegensatz zu chin. grenzuebergaengen war der nepali ein kinderspiel.
alles war anders. es war gruen-feuchtes klima, relativ warm. die
menschen hatten ploeztlich einen roten punkt auf der stirn und trugen
statt warmen stiefeln, flip-flop schlaeppli. nach einer
"halsbrecherischen" fahrt durch kurvenreiche taeler erreichten wir
kathmandu. wir fuehlten uns ein wenig verwildert unter all den vielen
touristen, hotels, souvernierlaeden und all den feinen restaurants.
natuerlich wurden wir gleich umzingelt von menschen:
rikscha? tigerbalm? haschisch? rupiee? hotel?
gleich am ersten morgen machten wir bekanntschaft mit "der roten farbe".
ein in gelbe tuecher gehuellter sadhu mit einem riesen smile kam auf uns
zu, streute uns blueten auf den kopf und schon hatten wir von seinem
roten farbtoepfli einen punkt auf unserer stirn plaziert. "good look"
sagte er und wollte natuerlich geld dafuer...das passiert vermutlich
vielen "neulingen" die vielen schoenen hindu- und buddhistischen tempelanlangen sind neben
den vielen glauebigen und touristen, meist bevoelkert von 100erten von
affen, welche sich von all den opfergaben die baeuche voll schlagen. die
tierwelt in dieser stadt ist sowieso komisch. mitten in der stadt neben
einer hauptstrasse haengen am tag hunderte von fledermaeusen, auf
anderen sitzen dutzende bussarde, ueberall lungern hunde herum, meist
schlafend oder in sonstigen z.t. miserablen zustaenden..., in einem
fluss, welcher eher einer fliessenden abfalllawine glich, sahen wir
riesen schweine welche in diesem dreck ihre heimat haben (ein guter
grund hier kein schweinefleisch zu essen!) und ueberall in der stadt
sieht man natuerlich die heiligen kuehe herumspazieren.
kathmandu ist nicht mehr so idyllisch wie wir das uns vorgestellt haben,
denn es herrscht ein riesen verkehr (1950 hatte es hier noch keine
autos!) doch sind alle die alten schoenen plazte mit den wunderschoenen
mit holz verzierten tempeln und hauesern erhalten.
auch genossen wir das "neue" essen hier, mit viel curry, gemuese und
rice. es gibt wohl kein anderes land in dem die leute "immer" das selbe
essen: dal bhat. zum zmorgen und znacht. man kann immer 3 mal
nachschoepfen (danis lieblingsessen) und das fuer 1 franken.
nach mehr als einer woche kathmandu, leerten wir unsere rucksaecke von
all unnoetigem balast und gingen fuer fast 20 tage in die berge. zum
glueck war im dezember bereits nebensaison, denn die annapurna region
wird im september bis november ueberschwemmt mit turis (ca. 300 pro tag
ziehen durch die doerfer). das faszinierende an unserem treck, der
annapurna-circuit, ist dass man auf 760 m.ue.m. startet, einen pass auf
5416 m.ue.m ueberquert und auf der anderen seite wieder auf 830 m.ue.m.
runter kommt. von bananen, zitrusbaeumen und hindu-doerfern, zu
baumlosen gebirge, yaks und tibetischen doerfern. (es scheint als ob
tibeter nur in dieser hoehe leben koennen) die einzige
transportmoeglichkeit sind maultiere und nepalesische traeger (sherpas),
welche mit ca. 50 kg auf dem ruecken und nepalibergschuhe (schlaeplli
oder barfuss) den berg hinaufgehen. die menschen in den doerfern sind
trotz den vielen treckern sehr freundlich und zufrieden. wie in ganz
nepal wird auch hier oben hasch angeboten und vorallem nach feierabend
im hotel auch fleissig konsumiert; gegen die kaelte wie sie sagen. so
konnte die simple frage nach einer zweiten decke, riesiges gelaechter
ausloesen...
die letzten tage vor dem pass bewegten wir uns immer auf 4000-5000
meter und sobald die sonne verschwand wurde es bitterkalt. der einzige
aufenthaltsort war dann ein feuer oder der schlafsack. die letzte nacht
vor dem pass auf 4800 meter als wir 3 decken hatten, war am morgen im
zimmer das wasser in unserer flasche gefroren! als wir dann nach 8 tagen
den pass erreichten durchstroemte uns ein unheimliches gluecksgefuehl
und wir vergassen fast den eisigen wind. so vergingen die tage mit
vielen gemuetlichen abenden mit anderen treckern (in den fast leeren
hotels), welche man immer wieder traf. doch der hoehepunkt war (v.a.
fuer dani) eine heisse quelle (hot spring) kurz vor ende des trecks, in
welcher wir einen ganzen nachmittag verbrachten und den dreck von unsere
haut abrubbelten. (15 tage fast keine warme dusche!) das ende des trecks
war nicht zu uebersehen: gleich nach der "maultier ladestation" warteten
dutzende von bussen und taxis!
in pokhara (der zweiten touristenstadt nach kathmandu) machten wir
eigentlich nichts anderes als lesen, essen, am schoenen see zu liegen
und das panaroma von den 8000er bergen zu bestaunen, welche wir umrundet
hatten.
nachdem wir genug "relaxed" hatten, waren wir bereit fuer die 16 stunden
busfahrt in den bardia national park. dieser liegt im terrai auf ca. 200
m.ue.m. im suedwesten nepals, einer ganz anderen gegend. anstatt hohe
berge, fanden wir dschungel, wilde tiere und das urspurengliche, fast
unveraenderte leben der einheimischen "tharus". (das einzige volk,
welches von natur aus gegen malaria resistent ist). waehrend den paar
tagen in bardia, lernten wir das einfache leben der tharus und die
wilden tiere kennen. einen tag leisteten wir uns den eintritt in den
park (ca 900 km2) mit guide, welchen man auch wirklich braucht. zu dritt
durchfoschten wir zu fuss den dschungel und die grasslandschaften nach
tiger und rhinos, doch leider (oder zum glueck!?!) sahen wir nur
hunderte von spuren und hoerten das geraschel im dickicht (die
vorstellung alleine reichte uns aus). obwohl unser super-guter guide uns
mit seinem bambusstab sicher verteidigt haette.
am 23.12. machten wir uns mit dem bus, auf den weg zuerueck in den
osten, richtung chitwan nationalpark. sicherheitshalber planten wir
einen reserve tag ein, da wir einen empfehlung fuer eine lodge hatten
und dort weihnachten verbringen wollten, und prompt nach 2 stunden fahrt
gings nicht mehr weiter...busstreik. (grund: eine mann wurde von einem
bus ueberfahren, daraufhin wurde selbstjustiz ausgeuebt und der
busfahrer gekoepft!) niemand wusste, ob am naechsten morgen die busse
fahren wuerden...
sie fuhren. so erreichten wir doch noch am weihnachtsabend die lodge. es
war wie ein weihnachtsgeschenk, denn sie war wunderschoen. wir hatten
unser eigenes "kuh-mist-lehm-gras-dach-bungalow (bauweise der einheim.
haeuser) und davor unsere eigene haengematte. vor uns felder und
dschugnel und taeglich die feuerrote sonne, welche am horizont
untertauchte. weihnachten einmal anders: sweat-lodge (sauna) mit
anschliessendem chicken BBQ unter einem geschmueckten bananenbaum. die
tage vergingen mit "nichts-tun", lesen, einfach "sein"... es war gar
nicht noetig den eintritt in diesen park zu zahlen, denn wir hatten die
elefanten und rhinos (welche auf naechtliche besuche kamen) gleich vor
der lodge.
silvester feierten wir in kathmandu (obwohl dies beim reisen irgendwie
nicht so richtig was spezielles ist) und der 1. jan war fast so ruhig
und verschlafen wie bei uns zuhause. nur dass der grund dafuer nichts
mit einem neujahrskater zu tun hatte. (nepal hat eine ganz andere
zeitrechnung)
ganz kathmandu streikte. auf den strassen war kein motorisiertes
fahrzeug zu finden und alle geschaefte waren geschlossen. fuer uns ein
genuss durch die hup-stink- und staubfreien strasse zu spazieren. doch
nicht fuer die nepalesi, denn der grund fuer den streik ist der protest
gegen die korrupte regierung. wie wir aus gespraechen mit nepalis
heraushoerten, sehen viele den ausweg, aus dieser politischen miserablen
situation, nur mit einem buergerkieg! doch wir hoffen beide, dass es
nicht soweit kommen muss, denn nepal ist wirklich ein wunderschoenes
land mit sehr liebenswerten menschen.
unsere reise geht morgen, mit einem kurzen abstecher in unsere geliebte
lodge im chitwan nationalpark, weiter in das wahrscheinlich extremste
land unserer erde: nach indien. wir hoerten stories von laeuten die 6
monate bleiben wollten und nach 2 tagen dehli wieder zurueck nach europa
flogen...! doch nach unseren vielen bereisten laendern, sollten wir ein
wenig vorbereitet und abgehaertet sein: wir werden sehen.
|
|

zurück

"Huma" vereweigt...

Herrliche Hotsprings auf dem Trek

Pokhara: Dieses Gebirge haben wir umrundet!

Unser Kuh-Mist-Lehm-Grass-Dach Bungalow im Chitwan Nationalpark

Sylvester 2000/2001, Prost!

Buddhistische Tempel in Kathmandu

Chitwan Nationalpark

Tierischer "Verkehr" auf den Wanderwegen / Anapurna Trek

Bei der Passueberquerung mit Sarah und Simu, unseren "Schieberkollegen"

Der herrliche Anapurna Trek
|