25. April 2001: Suedindien und Andamanen
viele travellar verlassen bombai bereits nach 1 tag fluchtartig, doch wir hielten's ganze 3 tage aus. bombai ist wohl die untypischste moechtegern westlich orientierte stadt indiens. doch genau dies gefiel uns: breite boulevardstrassen, londonbusse, wieder mal ein sauberes wc im mc donald's und ein vier-stuendiger hindi movie in einem richtigen, schoenen, klimatisiertem kino. natuerlich sieht man neben den reichen indern noch viel mehr arme menschen in den strassen. das bettelnde maedchen vor dem mac koennte vermutlich fuer den preis eines big mac 2 wochen essen...! fuer einen tag konnten auch wir einwenig in die high-society schnuppern und verdienten sogar unser erstes geld auf reisen. als statisten (gaeste in einem schweiz. restaurant) spielten wir in einem richtigen hindi-movie mit! ("ajnabee", sollte mitte jahr im kino sein...in indien) "welcome in bollywood! wir haben uns jedenfall mit den anderen 20 westerner koestlich amuesiert.

mit den nachtzug fuhren wir anschliessend direkt ins hippie paradies: goa. und tatsaechlich findet man sie noch (inzwischen als familie und etwa 20 jahre aelter). an der goa-party nach dem bekannten anjuna flohmarkt sind wir dann auch voll abgeraved, wobei die meisten am kiffen waren... wie in alten zeiten? (wobei die grosse zeit goas mit riesen parties vorbei ist, die polizei will es so!) wir genossen jedenfalls die straende (wobei's fuer alle etwas hat, vom den luxus resort fuer den package turisten bis zur bambushuette direkt am strand fuer backpacker) und trafen altbekannte gesichter von travellar's, welche wir im nordindien kennenlernten. doch so richtig entspannend ist das strandleben in indien eben doch nicht, alle 5 min. kommt ein inder und will was vekaufen und man wird von ind. maennergruppen die am strand entlang schlendern, angestarrt (der hoehepunkt sind aber die, welche mit dem feldstecher in den felsen sitzen...)

von goa fuhren wir wiederum mit einem nachtzug (ja uns gefaellt zugfahren und seit wir das fahrplanbuch verstehen, ist es das einfachste und v.a. bequemste verkehrsmittel, ohne schlagloecher) direkt in den sueden nach kerala. das hotelzimmer in cochin war die reinste sauna und ausser ein paar ehem. portugiesische bauten und kirchen gab's hier fuer uns nichts mehr zu sehen. kein grund hier laneger zu bleiben uns so waren wir 2 tage spaeter auf dem schiff von allepey nach quillon durch die bekannten backwaters von kerala. es war, als ob wir uns in einem dokumentarfilm befinden: wasserbueffel, seeadler, kingfischer, entenrudel, palme an palme und ab und zu wieder eine huette. das leben ist hier sehr einfach und das thali (gemuesecurry, reis, linsen und chapati) wurde uns auf einem bananenblatt (ohne besteck versteht sich) serviert. es war nun anfangs maerz und die tatsache, dass wir uns an einem yogakurs angemeldet hatten, die andaman faehre ende maerz erwischen wollten und unser indien visum ende april auslief, setzte uns doch fast etwas unter zeitdruck (die verflixten termine...) so standen wir wieder bereits am naechsten morgen am perron mit etwa 1000 ind. frauen, was doch etwas seltsam war. junge und alte frauen in saris und mit geoelten zum zopf gebundenen haaren stuermten den zug (inder haben noch nie etwas von "anstehen" ghoert) und bei jedem stop fuellte sich der zug mehr und mehr mit frauen. die wenigen maenner fluechteten sich inzwischen auf die gepaeckablage und es wurde auch immer heisser, da wir unseren platz mit je einer frau teilten. nach 2 stunden kam dann die erleosung als alle (wirlich alle!) ausstiegen, zu einem (angeblich) religioesen festival der frau.

wir genossen die restlichen 3 stunden im menschenleeren zug nach kanyakumari, dem suedl. ort indiens. am abend genossen wir den sonnenuntergang mit ein paar hundert indern zusammen am suedl. punkt, wo drei ozeane zusammentreffen. es war echt noch schoen, obwohl wir die angeblich 3 verschiedenen farben der verschiedenen meere die sich hier mischen, nur mit sehr guter fantasie sahen. alle inder besuchen natuerlich hier (neben dem sonnenuntergang) den angeblich 3000 jahre alten tempel. tags drauf nahmen uns zwei maenner mit ihrem super auto 3 stunden zurueck in den norden nach trivandrum zum yogakurs. (es war eine richtige luxusfahrt auf diesen weichen polstern und mit dieser guten federung)

wie zwei gespannte pfeilbogen sassen wir im bus von trivandrum nach nyar dam ins ashram und wussten von yoga nicht mehr, als dass man sich fuercherlich verenken und in den unmoeglichsten stellungen verharren muss. was uns schliesslich erwartete lag weit ueber unseren vorstellungen und wir lernten ausser den "verrenkungen" viel ueber die yoga philosophie und den hinduismus. wir haben uns rasch an den ashramlifestyle gewoehnt, mit singen, meditieren, yoga uebungen, unterricht, es war eine harte (6 uhr bis 22 uhr) aber super zeit. haben viel gelacht, viel gute leute kennengelernt und super gegessen. (mehr infos und bildchen unter www.sivananda.org location: s.indien)


voll re-energetisiert fuhren wir nach madras (chennai) wo wir als erstes die tickets fuer's boot zu den andman inseln ergatterten. in den 4 tagen madras haben wir die lezten hindi tempel besucht, erfolglos versucht eine taucherbrille und schnorchel zu erstehen (millionenstadt...!) und liessen uns eine haengematte zusammenschneidern. zu viert in eine rikscha gequetscht (roxanna und carmen, die 2 mexikanerinnen kannten wir vom ashram) fuhren wir ans pier. als wir neben 1000 indern und ca. 50 anderen westener richtung boot marschierten fuehlten wir uns wie im beginn einen abenteuerfilms. was wird uns wohl erwarten? finden wir wirklich unsere paradiesische "robinsoninsel", von welcher uns so viel erzaehlt wurde? auch uebers boot hoerten wir schon viele storys, wie dreckig es sei, wie alle leute ueberall hinkotzen und scheissen und wie ueberflutet die toiletten nach ein paar stunden sind. vorsichtshalber haben wir uns halt doch cabinclass fuer den doppelten preis von bunk class geleistet. unser schicksal meinte es wieder mal gut mit uns: es fuhr gerade das neuste boot, a/c im ganzen schiff, alles schoen sauber, ruhiger seegang (kein gekotze), unsere kabine war fast luxus, hatten viele interessante gespraeche und viel zeit um harry potter zu lesen. einmal taeglich machten wir sogar yoga auf deck. nach 3 tagen auf offenem meer sahen wir bei schoenster sonnenuntergangsstimmung die ersten inseln der andamanen...

wir haben uns inzwischen zu einer kleinen gruppe zusammengeschlossen, weil wir alle dasselbe wollten: camping mit haengematte auf einer einsamen insel, mit selber kochen, fischen und schnorcheln, so richtig a la robinson.

es war unglaublich, port blair (die hauptstadt der andmanen) 1000 km weg von "indien" war wie jede ind. sadt auch voller hupenden rikschas und kuehen auf den strassen (man bedenke, dass vor 200 jahren nur ureinwohner (ohne kuehe) hier lebten). so machten wir uns zu acht am naechsten tag auf und fuhren mit einem schiff 4 stunden zu einer kleinen insel (havelock), wo wir erst mal ein paar tage relaxen, schnorcheln + tauchen wollten, bevor wir uns unsere unbewohnte insel suchen wollten. (die von allen angepriesene paradiesische "smith island", war seit genau 1 woche geschlossen, gruende dafuer hoerten wir dutzende...!)

doch es kam alles ein wenig anders...bereits am ersten abend in unserer wunderschoenen unterkunft, mit einfachen bambushuetten mitten im palmenwald und direkt am meer, lag der dani mit fieber in der huette... nach drei tagen fieber mit zwischenheitlichen fieberschueben ("sterbeanfaelle", hat sich fuer mich so angefuehlt...war schrecklich) verbrachten wir die nacht im "spital", (ein raum mit betten, moskitonetzen, ventilator und katastrophalem wc, doch der arzt und schwerstern waren sehr gut) wo dani an die infusion gehaengt wurde, da er fast dehydrierte. die tests sagten, dass es zum glueck kein malaria fieber war, doch fuer weitere tests mussten wir zuerueck nach port blair fahren. es stellte sich als nichts tragisches heraus. es war "nur" ein virus fieber, welches dann nach 2 weiteren tagen und mit hilfe von medis wieder abflaute.

urspruenglich wollten wir auf die andamanen, weil sie auf dem seeweg nach thailand lagen (richtung australien) das problem war einfach, dass es keine offizielle transportmoeglichkeit direkt nach tahailand gab und jeden, den wir fragten sagte es sei unmoeglich. den naechsen tag verbrachten wir damit, genau dies zu organisieren! wir hatten sogar halbwegs erfolg und konnten nach etlichem hin und her (beamte...!) ueber funk die zwei einzigen seegelboote kontaktieren, welche gerade auf den andamanen am rumsegeln waren. nach 2 weiteren tagen konnten wir die einen in port blair treffen und alles arrangieren. sie wuerden uns ende april nach thailand mitnehmen, es war perfekt!...waere da nur nicht der immigration officer gewesen, der sagte: "es ist verboten die andamanen mit einem segelboot zu verlassen (wenn man nicht auf diesem weg gekommen ist), ihr muesst zurueck aufs festland (3 tage schiff) und dann nach thailand fliegen! das kann es ja wohl nicht sein!? wir rannten von ponzius zu pilatus, doch weil die indischen beamten keine verantwortung uebernehmen und dich staendig zu jemand anderem schicken, standen wir 2 tage spaeter mit unserem anliegen vor dem praesidenten der andamanen. er versprach uns dann tatsaechlich eine antwort bis 2 tage vor der geplanten abfahrt vom seelboot. mehr konnten wir nicht mehr tun! ...

2 wochen waren mit fieber und organisieren nun schon fast um und endlich konnten wir die stadt wieder verlassen und unsere freunde aufsuchen. leider waren 4 bereits am abreisen als wir auf der insel ankamen und so machten wir uns schlussendlich zu viert mit roxanna und carmen auf, zur suche nach einer schoenen einsamen insel zum campen. nach 8 stunden bootsfahrt fuhren wir gleich weiter zu einem von einem inder empfohlenem ort zum campen...! es war schon dunkel und so verbrachten wir die nacht im einzigen hotel im kleinen fischerdorf. tags drauf war dann jeannette' s geburtstag und ich und roxana machten uns auf die suche nach einem schoenen plaetzchen zum campen, waehrend jeannette und carmen essen kaufen waren. nur leider war der strand nicht weiss und das meer nicht blau sondern braun und am einem plaetzchen das zum campen ok war wurden wir attackiert von sandfliegen. kurzentschlossen versuchten wir unser glueck weiter noerdlich . 3 busstunden spaeter waren wir wieder an einem weiteren, von einem inder empfohlenen, strand...das selbe! die sonne war schon langsam wieder am untergehen und wir sassen wieder auf der strasse und waehrend wir auf den bus warteten, assen wir jeannettes geburtstagskuchen!

auf der fahrt zur naechsten stadt sahen wir dann draussen im meer eine kleine insel....wir konnten uns dann tatsaechlich noch eine bewilligung fuer das inselchen besorgen und sassen kurz vor sonnenuntergang in einem kleinen fischerboetchen. wir wussten nur, dass es suesswasser hat und dass zwei "inselaufpasser" drauf wohnen....wenn dies nicht die paradieschische kleine robinsoninsel war! wir haben sie gefunden und jeannette wird ihren gerburts-tag wohl nie mehr vergessen! (ohne den absolut muehsamen sandfliegen, haetten wir die insel die gefunden, alles schlechte hat auch seine gute seite!). wir richteten uns ein kleines camp ein unter riesigen banjanbauemen, 10 meter von unserem eigenen weissen strand mit kristalklarem wasser. wir verbrachten die naechsten 4 tage mit kochen, schnorcheln und insel-entdecken. die haelfte war voller kokosnusspalmen, der rest urwald und in einer halben stunde konnte man einmal rundherumgehen. wir waren abgesehen von den tausenden von einsiedlerkrebsen die uns jede nacht besuchten und 4 anderen robinsone (die wir aber fast nie sahen) alleine auf der insel. wir hatten eine geniale zeit.

nun kam aber der zeitpunkt, um nach portblair zurueckzukehen und unsere "antwort" abzuholen. die 8 stuendige busfahrt zurueck nach port blair war wunderschoen und fuehrte durch dschungel mit einigen doerfern dazwischen. doch wie soll es anders sein, keiner wollte etwas wissen und keiner konnte (wollte) eine antwort geben. nach etlichen telefonen trafen wir schliesslich auf den richtigen mann der uns gruenes licht gab. .....yeah wir hatten tatsaechlich das unmoegliche moeglich gemacht und bekamen am abend auf dem segelboot (mit monika und chas, der crew) unseren indienausgangsstempel. nach unserer ersten nacht im boot, verliessen wir fruehmorgens am 26. april den hafen von portblair und sahen indien langsam am horizont verschwinden.


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Ooohhmmmm!


Der südlichste Punkt Indiens