18. Juni 2001: Laos
In einem kleinen boot, der groesse eines baumstammes, ueberquerten wir von chiang khong den mekong nach laos. als wir gleich an der grenze auf der anderen flussseite geld wechselten, wussten wir, dass wir das portemonnaie in laos erstmal vergessen konnten... der geldwechselmensch schob uns einen riesen stapel geld, 1.7 mio kip in 2000 und 5000 noten rueber! (das nachzaehlen gaben wir nach kurzer zeit auf und wir wussten, dass wir uns in einem aermeren land befanden). der grenzort unterschied sich zwar nicht wesentlich von thailand, ausser dass die menschen mit einem herzlichen "sabaidii" gruessten und die athmospaere etwas friedlicher war, da es fast keine autos gab.

gleich am naechsten morgen gings los im pick up truck in den norden von laos nach namtha. die geteerte strasse endete auch gleich ausserhalb des dorfes und bald wussten wir auch warum hier keine busse fahren! dass die strassen in laos schlecht sind, hoerten wir bereits, doch der staendige regen verwandelte die "strasse" in regelrechte schlammbahnen und kleine baeche welche unseren weg kreuzten, wurden zu knietiefen seen. doch die landschaft liess uns vergessen, dass wir uns auf einer 10 stuendigen holperfahrt befanden. es war wie eine dschungel safari und alle paar kilometer durchquerten wir kleine doerfchen. die kinder schrien sabaidii und winkten und die huehner und enten rannten ums leben. (doch einmal waren sie nicht schnell genug, das schien den fahrer aber wenig zu kuemmern!). die menschen leben in ganz einfachen bambushuetten, meist ohne elektrizitaet und fliessend wasser. es scheint als ob hier die zeit stehen blieb. doch trotz allem, der fahrer war gut und wir kamen am spaeten abend in namtha an. bevor's am naechsten morgen weiter ging, hatten wir erstmals fruehstueck auf einem markt in laos. sticki reis (kleebereis) mit mango ist unser favorit.

unser ziel war heute muang sing, ein dorf sehr nahe an der suedchinesischen grenze. der chinesische einfluss war dann auch nicht zu uebersehen und wir sahen "altbekannte" produkte auf dem markt und die lieblos weissgekachelte chin. hotels, dafuer konnten wir unsere paar brocken chinesisch wieder mal anwenden. nach einer wiederum holprigen fahrt, aber zum glueck nur 2 stunden, waren wir also in muang sing und machten uns gleich auf essenssuche. wir kamen nicht weit und wir wurden zu einer hochzeit am strassenrand "reingewunken" und sassen sogleich an einem tisch voller schuesseln mit esswaren! wir wurden zum essen aber v.a. zum trinken aufgefordert. "lao lao" heisst der hochprozentige reisschnaps, welcher ohne unterbruch die runde machte (man will ja die gastfreundschaft nicht verletzen!) nach 3 stunden "lao lao", tanzen (mitten am nachmittag) und einem sturmen kopf zogen wir uns voellig geschafft ins gasthaus zurueck!

doch der eigentliche grund um nach muang sing zu kommen, sind die vielen hilltribes (bergstammvoelker) die in den umliegenden huegeln leben. doch der "sternchen" ort von unserem reisefuehrer gefiel uns nicht so. da wir hier nicht mehr die ersten turisten sind und vorallem die hilltribe frauen mit herauslampenden bruesten schon am fruestuecktisch dir was verkaufen wollen. es war zwar interessant die vielen verschieden voelkern auf einem fleck zu sehen, doch die atmosphaere hat sich in den lezten 4-5 jahren wohl stark geaendert. so verliessen wir munag sing nach 2 tage bereits wieder und begaben uns wieder auf laos "strassen", durch gruene huegel und dschungel nach nong khiaw.

das mit dem transport ist so eine sache und 2 bis 3 stunden warten, bis das transportmittel voll ist und die reise losgeht, ist normal. doch man kommt irgendwann immer an. von nong khiaw, einem kleinen kaff wo der einzige beton fuer die bruecke ueber den grossen fluss nam ou gebraucht wurde, fuhren wir mit einem boot eine stunde noerdlich nach muoang ngoi. in diesem doerfchen, am fluss zwischen huegeln gelegen, gefiel es uns. die naechsten 4 tage, welche wir mit mehr oder weniger nichts tun verbrachten, gaben uns ein einblick ins lao's leben. das dorf hat etwa 400 leute, davon 200 kinder und 14 guesthaueser (normales wohnhaus einer familie mit abtrennung fuer ein paar gaeste, matratze am boden und moskitonetz), keine autos, kein telefon im ganzen dorf und strom gibs zwischen 18.00 und 22.00. wir beobachtenen die meiste zeit von unserem holzbalkon aus das friedvollste leben das wir je gesehen haben. nur die blindgaengerplakate und der bombenentschaerfungstrupp liess einen daran erinnern, dass laos das meist verbomte land der welt ist und die leute zwischen 1964 und 73 in den umliegenden hoehlen wohnten...

mit wunderschoenen erinnerungen verliessen wir dieses kleine paradies flussabwaerts mit einem kleinen boot "nach" luang prabang. d.h. nicht ganz..., weil nach ca. halbem weg der motor ploetzlich den geist aufgab! zum glueck war gerade die strasse in der naehe und so legten wir den rest der strecke mit einem pick up zurueck. aber das ist eben norml in laos.

der franz. einfluss von der koloniezeit war hier in luang prabang nicht zu uebersehen. "baquette" gabs bis jetzt ja ueberall doch in luang prabang, einer kleinen stadt hat's ein grosses viertel mit franz. kolonialhaeusern. die athmospaere ist sehr ruhig mit stilvollen franzoesischen restaurants und cafes und dazwischen dutzende von buddhistischen tempelanlagen. jeden morgen zwischen 5 und 6 uhr gehen die moenche in einer-kolonnen durch die gassen und sammeln almosen ein, welche von meist frauen uebergeben werden. wir schafftens immerhin 1 mal so frueh aufzustehen und es war faszinierend diese alte zeremonie noch so lebendig zu sehen.

mehrere leute empfohlen uns einen wasserfall ausserhalb luang prabang anzuschauen. trotz dass wir nicht so wasserfall fan's sind, fuhren wir hin... er entsprach fast den paradiesischen vorstellungen eines wasserfall's, nur dass er noch schoener war! mitten im dschungel gelegen, ca. 100 meter hoch, 4 ebenen mit grossen becken zum baden, natuerlichen duschen und das wasser nicht zu kalt... traumhaft.

die strasse richtung vientienne der hauptstadt laos wurde zum glueck vor drei jahren neu gemacht (unser reisefuherer versprach uns ein "ride like hell") und so konnten wir die fahrt in einem bus durch die wunderschone huegelige landschafts laos so richtig geniessen. nach ca. 8 stunden, halber strecke nach vientienne, erreichten wir vang vieng. wir blieben etwas laenger als gedacht. das staedtchen ist wunderschoen am fluss gelegen mit ausblick auf viele bizarre limestonefelsen, welche duztende von hoehlen "beherbergen". wir genossen hier ein paar tage mit hohlenerforschung (mit taschenlampe und kerzen ausgeruestet tasteten wir uns voran, doch wir kamen nicht sehr weit, da uns der mut meist ein wenig verliess!) oder liessen uns auf einem traktorpneu den fluss heruntentreiben. waehrend einer unserer ausfluege besuchten wir eine organic farm auf der maulbeerbaeume angepflanzt werden um damit ihre seidenraupen zu fuettern und maulbeergruentee herzustellen. sie haben auch ein paar zimmer fuer volunteer (freiwillige helfer) und so beschlossen wir uns, wieder mal was zu arbeiten (als entschaediung gabs wunderbares laos essen). um 6 uhr morgens gings los mit spaten und messer zwischen den maulbeerbaumen zum grassschneiden oder duengen! wir mussten zwar "nur" 4 stunden arbeiten, doch auch dies war fuer uns fast ein wenig zuviel! es war so richtig schweisstreibend und wir erlebten mal selber, was fuer eine arbeit dahinter steckt um irgenwann mal etwas seide oder einen tee zu haben. wir verbrachten 2 sehr interessante tage mit sehr liebeswerten menschen.

auf der guten strasse fuhren wir dann weiter zur hauptstadt von laos nach vientienne. sogar die hauptstadt ist wie der rest in laos, es ist wahrscheinlich die ruhigste hauptstadt der welt, wenige autos und eine extrem relaxte atmosphaere. die stadt ist am mekong gelegen und somit waren wir sehr nahe an thailand. eigentlich wollten wir noch den ganzen sueden laos bereisen, doch die nahe grenze und der gewohnte komfort des reisens in thailand rief uns. nach einer lauten nacht in einem 18 bett dorm, sassen wir am naechsten tag ploetzlich im bus zur grenze nach thailand. wir waren uns zwar nicht so sicher ob wir im richtigen bus sassen, denn laos ist ein sehr schoenes land mit extrem liebeswerten und meist lachenden menschen und wir hatten 3 sehr schoene wochen verbracht. aber wir fuehlten, dass es zeit war zurueck nach thailand zu gehen.


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Laos's Strassen! (Dschungelsafari)


Sind wir jetzt wirklich reich?


Muoang Ngoi - Vor unserem Guesthouse


Laos...