| 10. August 2001: Malaysia |
Es war nicht zu uebersehen, dass wir in ein "moslem-gebiet" einreisten.
anstatt zoellner streckten wir unsere paesse malayischen zollbeamtinnen
mit kopftuch und dezentem make-up entgegen. als wir kota baru die
naechste stadt erreichten, trugen eigentlich alle frauen ein kopftuch,
darunter jedoch ein cooles t-shirt und jeans. der islam wird hier wohl
nicht so streng gelebt, wie wir es zum teil in der tuerkei und
zentralasien erlebten. der moschee aufruf 5x am tag war jedoch der selbe
und v.a. derjenige morgens um 04.30 mochten wir am liebsten...
wir hatten eigentlich keine plaene fuer malaysia. jemand drueckte uns
dann ein prospekt von den perhentian inseln in die hand (hatten von
anderen travellern nur gutes gehoert) und 4 stunden spaeter waren wir
dort und bezogen unser bungalow am strand! superklares wasser und
weisser sandstrand mit palmen, einmal mehr hatten wir ein sehr schoenes
plaetzchen gefunden. im guesthouse lernten wir eine gruppe junger
deutscher kennen, welche alle henning besuchten, der 1 jahr in Kuala
Lumpur studierte. wir hatten eine menge spass, gute diskussionen und
henning bot uns an, bei ihm in KL wohnen zu koennen. da freuten wir uns
also schoen jetzt drauf!
nach 3 tagen inselleben (wir hatten 2 wunderschoene tauchgaenge) gings
mit schiff und boot zurueck nach kota baru. es war hier echt auffallend
wie trotz islamischem glauben die frauen am arbeiten waren: im
supermarkt, im KFC und am grossen nightmarket (nach sonnenuntergang
werden unmengen von essenstaenden aufgebaut, wo wir uns so richtig
guenstig durchschlemmerten). nach einer nacht in kota baru, setzten wir
uns fruehmorgens in den zug, auch bekannt als dschungel-train, richtung
sueden nach jerantut. doch anstatt bei der 8 stundenfahrt nur die
schoene aussicht zu geniessen, (denn wir fuhren wirklich die meiste zeit
durch dschungel), glotzten wir immer wieder in den fernseher im
modernen, klimatisierten abteil, in dem nonstopp filme gezeigt
wurden...!
am naechsten morgen des 22. juli (dani's geburi) sassen wir im boot und
tuckerten 3 stunden flussaufwaerts nach kuala tahan einem kleinen ort am
eingang des taman negara nationalparks, der aelteste regenwald der erde
(soll 140 mio jahre alt sein). zur feier des tages, gabs diesmal keine
tuerkische bauchtaenzerin, dafuer einen schweisstreibenden aufstieg auf
einen huegel mit ausblick ueber den dschungel, soweit das auge reichte.
gleich am naechsten morgen "tauchten" wir ein ins gruene dickicht... mit
10 pack instant-nudelsuppe (eine von dani's lieblingsgerichten) und 2
pack toastbrot marschierten wir los. es waren einige gutmarkierte wege
vorhanden und so konnten wir 3 tage dschungel ohne fuehrer geniessen. 2
naechte schliefen wir auf holzbetten in "hides" sogenannten
beobachtungshuetten auf stelzen, mitten im dschungel. mit glueck koenne
man groessere tiere erspaehen. wir sahen eigentlich "nichts", doch
hoerten eine menge! die geraeuschkulisse faszinierte uns! ja, diese
dschungeltage waren wirklich interessant, die termiten-highways, viele
sonstige krabeltiere, die riesigen bis 80m hohen baume und tausend
andere pflanzen und das erfrischende bad in einem fluss nach einem
verschwitztem marsch (geh mal bei 30 grad und 90 prozent
luftfeuchtigkeit durch den wald!)
etwas muede aber voller wunderschoenen eindruecke kamen wir 3 tage
spaeter wieder im camp, welches auch mitten im gruenen liegt, an und
haengten uns zum ausruhen erstmal auf die terasse wo aber schon gleich
die unterhaltung kam. wie es sich fuer umweltbewusste turisten gehoert,
nahmen wir selbstverstaendich allen abfall von unserem dschungelmarsch
mit und entsorgen ihn fein saeuberlich im muelleimer unseres camps. die
affenhorde, welche gleich darauf im camp auftauchte und sich sogleich
ueber die muelleimer hermachte kuemmerte dies jedoch wenig! sie nahmen
genau unseren abfallsack raus und nachdem sie nichts essbares mehr
fanden, war der ganze muell bald von spielenden jungen affen in den
umliegenden bauemen verteilt! (wir sammelten dann spaeter natuerlich
alles wieder ein)
wir hatten "die luxusfahrt" raus aus dem dschungel zurueck nach
jerantut. anstatt mit dem boot hatten wir ein jeep mit fahrer, ganz fuer
uns alleine (keine anderen turis erschien an diesem morgen). wir fuhren
aber nicht - wie der blick vom boot als wir 4 tage zuvor ankamen vermuten liess -
durch dichten dschungel, sondern ca. 50 km durch eine
riese palmoelplantage! (malaysia soll anscheinend noch zu 50 prozent mit
regenwald bedeckt sein).
die anschliessende 3 stuendige busfahrt nach
kuala lumpur fuehlte sich recht lang an und als wir ankamen regnete
es... "kuala lumpur" heisst soviel wie "schlammiges flussdelta". ein name
der irgendwie nicht mehr so ganz zur stadt passt, denn es ist eine der
saubersten und modernsten staedte die wir seit langem gesehen hatten.
riesige shoppingmalls, moderne hochhaeuser, air con stadtbusse und ein
buntes voelkergemisch praegten das stadtbild. es war fuer uns
faszinierend wieder so viele inder und chinesen zu sehen und vorallem
wie alle so friedlich mit den malays nebeneinander leben.
fuer die nachsten paar tage konnten wir dann bei henning im 11. stock
einziehen. wow! wir genossen wiedermal ein anderes leben... sauna, wein
im superschoenen swimmingpool und auf dem dach des 44. stockwerkes mit
aussicht auf die twintower (hoechste gebauede der welt), whisky
"degustation", chinesische teezeremonie, geburtstagsbrunch... wir
verbrachten eine super zeit mit henning und seinen freunden.
zu sechst fuhren wir dann in die cameron highlands, welche etwa 5
busstunden noerdlich von KL auf 1300 meter liegen. als wir ankamen,
trauten wir fast unseren augen nicht. kuehle nebelschwaden zogen ueber
die gruenen huegel herauf und die grossen hotels sahen aus wie in einem
schweizer kurort. seit langen reichte das t-shirt fuer einmal nicht mehr
aus und als wir dann im faserpelz und socken draussen sassen, genossen
wir das kuehle wetter und dachten an unser schoenes heimatland.... doch
bei unseren "trecks" stellten wir doch einige unterschiede zur schweiz
fest...
wir treckten durch dschungelartige waelder, riesige schoene
dunkelgruene teeplantagen und am abend gabs kein fondue sondern reis.
nach 5 wunderschoenen tagen verabschiedeten wir uns von unseren
deutschen freunden, welche sich leider schon bald wieder in den flieger
nach hause setzen mussten. fuer uns gings aber weiter nach norden. (es
wurde aber nicht kuehler, denn wir waren wieder auf meereshoehe!) auf
dem weg nach penang stoppten wir in kuala kangsar. in der kleinen stadt
sahen wir uns eine bekannte maerchenhafte moschee an. doch vor allem
gefiel uns die gute athmosphaere und die begegnung mit vielen netten
leuten (der moslem, welcher uns zu sich nach hause einlud, die t-shirt
verkaeuferin, die am liebsten gleich dani geheiratet haette, die drei
jungen chin. studenten, welche ihr englisch praktiezierten und uns mit
freude den aeltesten kautschukbaum in der stadt zeigten, der
strassenverkauefer, welcher uns mit einem riesigen strahlen seine frisch
gebackenen kokosmilchfladen verkaufte...)
am naechsten morgen stiegen wir in den klimatisierten bus (wohl der
lezte fuer ein weilchen) nach penang, die insel an der nordwestkueste
und ausgangsort fuer indonesien. mit der alle 10 min fahrenden faehre
kamen wir dann auf penang in georgetowns altstadt an. wir fanden ein
nettes hotel bei einem "inder". hier fanden wirs noch extremer als in
KL, ein riesiges quartier voller inder und chinesen. als wir beim inder
das "thali" vom bananenblatt assen (ohne besteck versteht sich),
fuehlten wir uns wie in indien und beim spazieren durch die altstadt
sahen wir mehr alte chin. haeuser und tempel als in china (wo der
fortschritt leider im eilzug alles alte zerstoert...)
eines nachmittags entflohen wir der hitze von georgetown und fuhren mit
dem drahtseilbaehnli (natuerlich von einem schweizer hersteller!) auf
den 800 meter hohen penang hill. es scheint ein beliebter ausflugsort zu
sein, vorallem fuer die vielen saudiarabischen hochzeitspaerchen! wir
kamen mit einem ins gespraech (er mit shorts und t-shirt, sie bis auf
die augen in schwarz verhuellt). es war sehr interessant ueber unsere
kultur-unterschiede (und fussball) zu sprechen und sogar jeannette hatte
nach dieser sehr symphatischen begegnung lust, mal in ein "richtiges"
islamisches land zu reisen!
es waren all die verschieden kulturen hier auf penang und eigentlich in
ganz malaysia die uns am meisten fasziniert haben. schoen zu sehen, wie
sich die einzelnen religionen relativ gut vertragen.
wir trafen henning wieder, welcher sich entschloss seine restlichen 10
tage (bevor er wieder nach deutschland fliegt) mit uns in indonesien zu
verbringen. zusammen sassen wir dann im viel zu kalt klimatiersierten
speedboat und flizten uebers meer richtung sumatra, indonesien. |
|

zurück

Kuala Lumpur...Aussicht von Hennings Haus

Kuala Kansar, kleine freundliche Stadt
|