7. Oktober 2001: Indonesien
Sumatra

Ganz gespannt auf indonesien, erreichten wir nach 5 stuendiger expressbootsfahrt von penang, sumatra. Wir wurden auch schon erwartet... dutzende von leuten versuchten die turisten und einheimische in ihre busse oder taxis zu pferchen. Anstatt bei knapp 20 grad im kuehlen a/c boot, sassen wir sogleich schwitzend in einem bus bei 35 grad. Zum glueck waren es bis zur 2 millionen stadt medan nur ein paar kilometer.

Wir fanden ein ok hotel, gleich neben einer grossen mosche und nachdem wir mal allen "erklaert" haben, dass wir weder einen guide brauchen, noch was kaufen wollen, war es so richtig friedlich. 2 tage streiften wir ein wenig durch die grosse verkehrsueberrollte, laermige, stickigheisse stadt. In den grossen a/c shoppingcenter konnten wir uns von der hitze etwas erholen. Die leute hier in indonesien sind im gegensatz zu den thailaendern und malayen viel offensiver (fast wie die indier). Gerne brauchen sie die paar englischen worte, welche sie gelernt haben. Erstaunlicherweise viele frauen (in diesem moslem land) sprachen uns selbstbewusst an, so hatten ich und henning schon am ersten tag einen heiratsantrag erhalten!

medan ist sicherlich keine turisttenattraktion, doch hatten wir einen ersten guten eindruck von den freundlichen indonesiern. waehrend der 3 stuendigen busfahrt nach bukit lawang aenderte sich die landschaft rasch. Weniger haeuser und mehr waelder und felder. Wir fuhren richtung gunung leuser nationalpark. Im gegensatz zu medan lebt heute dieser ort vom tourismus! Wir fluechteten erst mal in ein restaurant am rande des schoenen flusses (was einem normalerweise ruhe bringt), doch ein guide setzte sich sofort zu uns und quatschte uns den kopf voll. Wie wir spaeter feststellten ist in diesem ort (fast) jeder der englisch spricht dschungel-guide! Wir liessen uns schlussendlich in ein hotel fuehren, wo wir aber auch 2 wirklich schoene grosse bungalows kriegten.

Die turistenattraktion hier sind die orang utan (indonesisch: mensch wald). Seit 20 jahren werden hier in einem rehabilitationszenter (von 2 schweizerinnen gegruendet) orang utans, welche aus der gefangenschaft kommen, wieder auf das leben im dschungel vorbereitet. Von den weltweit 4000 wilden affen leben im gunung leuser nationalpark ca. 2000 und einige davon konnten wir im rehabilitaoinzentrum bewundern. Wow, sehen echt aus wie menschen welche im wald leben. unsere entscheidung trotz des staendigen, aggressiven anwerbens, einen 2 tages dschungeltreck zu machen, hat sich sehr gelohnt. Wir wanderten durch dichten dschungel, sahen orang utans durch die baeume schwingen, schwarze gibbon affen und langschwanz-makaken, uebernachteten unter plastikplanen an einem fluss mittem im dschungel und konnten am abend sogar in einen natuerlichen kuehlen pool springen.

Wir verzichteten in einen teuren (aber schnellen) turistenbus zu steigen um nach berastagi zu gelangen. Also gings mit einem bus zuerst zurueck nach medan, dort sassen wir eine 1 stunde in einem kleinen bus (bemo) nur um die bushaltestelle zu wechseln, endeten an dieser art bushaltestelle und warteten mit hunderten von jugentlichen medaner auf die busse nach berastagi! es war der 15 august, ein tag vor dem indonesischen nationalfeiertag! alles fuhr in die berge. Mit glueck ergatterten wir noch ein plaetzchen auf dem dach des busses, wo bereits etwa 20 kids mit rucksack, gitarre und partystimmung hockten.

Nach 2 stuendiger super 360 grad panoramablick busfahrt mit kuehlen fahrtwind, verabschiedeten wir uns vom "dach" des busses und suchten uns ein hotel im 1300 m.ue.m. gelegenem staedtchen. (alle jungen fuhren noch weiter zum campieren). Alle schulkinder der stadt schienen tags drauf am nationalfeiertag dabei zu sein und praesentierten zum teil stolz traditionelle kleidungen beim paradeumzug durch die strassen. bis spaet am abend war berastagi ueberfuellt mit autos und leuten, es herrschte so ein richtiges verkehrschaos. Aber keiner in den autos, welche stundenlang fast keinen meter vorwaerts kamen, war irgenwie gestresst, sondern wir hoerten sicher hundert mal, als wir den autos entlang liefen ein froehliches "hello mister".

Einen tag danach wars wieder ruhig und wir bestiegen unseren ersten vulkan! 3 stunden wanderten wir an feldern vorbei und durch waelder bis wir am rande des kraters umringt von einer steinwueste standen und vor uns gelber schwefeldampf aufstieg. Ein kuehler, starker wind blies hier oben auf dem 2300 hohen vulkan sibayak und nach 2 stunden abstieg war es herrlich am fusse des berges in die heisse quellen zu springen... ah, das tat gut! (obwohl wir fuer die naechsten tage nach schwefel stanken)

Tags drauf fuhren wir (mit einem touristenbus) weiter richtung sueden zum lake toba. Ein grosser kratersee, welcher bei einem riesigen vulkanausbruch vor 75000 jahren entstanden sei und dabei die ganze erde in asche huellte. Ein paar tage genossen wir unser ruhiges bungalow direkt am riesigen sees, hier im gebiet der batak kultur. Einmal mehr sahen wir hier einen richtigen "lebendigen" asiatischen markt mit vielen huehnern, fischen, kuriosen fruechten und eigentlich allem was man irgenwie brauchen kann!

Es kam die zeit abschied von henning zu nehmen, welcher nach einem jahr malaysia zurueck nach deutschland flog. Fuer uns ging die reise tags drauf weiter, weiter richtung sueden in die mitte von sumatra. Wieder mit lokalen bussen, waren wir 2 volle tage unterwegs, um ins ca. 400 km entfernte bukittinggi zu gelangen! Obwohl einer relativ anstrengenden busfahrt in (ueber) vollen bussen, war es eine schoene interessante fahrt durch gruene huegelige landschaften, vorbei an vielen traditionellen doerfern. 50 km vor bukittinggi ueberquerten wir den aequator! bukittinggi liegt ebenfalls fast auf 1000 m.ue.m. und ist das "reich" der minangkabau leute. interessant ist, dass ein matrilineares gesellschaftssystem herrscht, das heisst, dass die frauen alle besitztuemer besitzen und es an die tochter vererben!

Unser highlight hier war eine pencak silat show, eine kampfkunst welche wir ja in der schweiz lernen und urspruenglich von indonesien stammt. Wir trafen dann auch ein junger meister der uns viel ueber die philosophie des pencak silat erzaehlte. Er selber war (wie in einem film) 6 jahre in indonesien unterwegs, hat von mehreren meistern gelernt und sich dabei unter anderem von gitarre spielen in bussen, das essen verdient. (sein onkel besitzt die kunst ohne physischen kontakt angreifer abzuwehren!) Er bot uns an bei im zu lernen, aber ein 60 tage visum und durch ganz indonesien reisen zu wollen, reicht da halt wirklich nicht aus.

so fuhren wir nach 2 tagen zum nur 2 stunden entfernten lake maninjau, ein weiterer anscheinend wunderschoener kratersee. Jawoll, und er ist wunderschoen. nach der ersten nacht konnten wir in das vermutlich schoenste bungslow am mehr als 10 km langem see einziehen! Wir blieben gleich fast eine woche dort, lagen viel in der hangematte auf unserer terasse 5 meter vom see entfernt, lasen, genossen die sicht auf den see und den ihn umkreisenden krater mit den am rand haengenden wolken, glaubten am meer zu sein, wenn eine grosse dunkle wolke stroemenden regen brachte und das andere ufer verschwinden liess, genossen nach einem kuehlen regen die durch die wolken scheinenden sonnenstrahlen, schwammen zum tagesauftak im warmen see, wanderten durch die den see umringenden reisfelder und dschungel... das datum, an welchem wir diesen paradiesischen ort verlassen sollten, gab uns das einmal woechentlich fahrende grosse pelni boot von padang nach jakarta.

5 stunden busfahrt brachte uns in die stadt padang. tags drauf stiegen wir am hafen in das riesige neue boot ein. 30 stunden waren wir mit fast 2000 indonesiern unterwegs bis wir jakarta auf java, die 10 millionen hauptstadt erreichten.

Java

Zu viert (mit kate und martin, 2 kanandiern) liessen wir uns mit einem taxi vom hafen gleich in die turisten strasse von jakarta fahren. wir fanden ein wirklich sehr nettes ruhiges guesthouse an der "jalan jaksa" mitten in der stadt. Der grund, dass wir ueberhaupt in jakarta stoppten war, um ein neues australienvisum zu beantragen, denn das australien visum, welches wir bereits in der schweiz beantragten und in unserem pass klebt, war bereits ende april abgelaufen!

so "schlimm" wie uns gesagt wurde, fanden wir jakarta gar nicht, es ist einfach eine grosse stadt mit viel verkehr. aber eine grosse stadt in asien, hat auch interessantes zu bieten. Man kann zwar nicht durch schoene gassen schlendern wie in europa, aber man sieht das "moderne" leben der jungen leute und kann durch riesige maerkte wandern. am markt in chinatown, sahen wir das erste mal ein schlangenblut verkaeufer!

Nach 3 stunden anstehen, konnten wir uns dann unser zugsticket (ohne den schwarzmarkt benuetzen zu muessen) selber am schalter kaufen und stiegen in den zug nach bandung, eine weitere grossstadt, 3 stunden westlich von jakarta. Im internet hatte jeannette mal eine homepage einer pencak silat schule gefunden, so waren wir hier um diese zu finden. Mit kleinen bussen waren wir 2 weitere stunden unterwegs, durch huegelige gruene berglandschaften, um schlussendlich tatsaechlich vor der schule zu stehen. Doch das grosse eisentor war verschlossen. Naja. So gings halt wieder 2 stunden zurueck nach bandung. Weiter auf pencak silat suche, sassen wir am selben abend in einem haus mit einem weiteren "meister", der uns zu einem training in einer halle in bandung brachte. wir trainierten zwar nicht selber, sahen aber wenigstens einem training zu, welches ein sehr hohes niveau hatte! Die "geschlossene eisentuer" brachte uns tags drauf, gleich wieder auf die "normale" turistenroute zurueck und unsere "pencak silat mission", schlossen wir fuer den moment erstmal ab.

8 stunden zugsfahrt brachte uns zur beruehmten stadt yogyakarta. wir fanden ein gutes hotel (hatten auch hunderte zur auswahl). Als neuankoemmling, ist man ein begehrtes objekt der "abschlepper". wir liessen uns gleich drauf auch in eine "exklusive batikgalerie" fuehren. Yogya ist beruehmt fuer batikarbeiten, und es gibt sicher dutztende (hunderte) von sogenannten galerien. es war auch echt interessant den prozess der verarbeitung verfolgen zu koennen. obwohl es ein paar wirklich schoene bilder hatte, liessen wir uns nicht zu einem kauf verleiten. wir fanden yogya eine schoene, athmosphaerische stadt und wir schlenderten oft durch die vielen schmalen gassen, der alten sultansstadt. Eine attraktion ist der sogenannte "vogelmarkt", welcher auch uns faszinierte oder besser gesagt empoerte. denn in den kleinen kaefigen, gabs nicht nur voegel zu kaufen, sondern wohl alle in der umgebung sonst freilebenden tiere! die vielen tiere brauchen natuerlich auch was zu essen, dafuer gabs eine spezielle "abteilung". vorallem die ameisen verkaueferin, welche mit blossen haenden die roten ameisen in saecke packte war interessant, denn die verkaufsware krabbelte auf ihrem ganzen koerper herum!

Etwas ausserhalb von yogy sahen wir uns den groessten budhistischen tempelkomplex suedostasiens an, borobodur. Der sonnnuntergang hinter den reisfelder und den weiter entfernten bergen, welche Borobodur, umkreisen. war mystisch und wunderschoen.

--- Hier gehts nun weiter mit dem zweiten Tiel ---

Den naechsten schonen sonnenuntergang sahen wir zwei tage spaeter nach 8 zugstunden, zwei busstunden und einer nacht in Surabaya auf dem mount bromo. Kaum hatten wir mit einem japaner ein guenstiges zimmer gefunden, schnallten wir uns die wanderschuhe an, um die kraterlandschaft zu erforschen. Gleich ein paar meter vom hotel entfernt sahen wir die steinwueste umkreist von vulkanen und vor uns der rauchende vulkankegel des bromos. 1 stunde spaeter, knapp vor sonnenuntergang standen wir dann am kraterrand und schauten ehrfuerchtig hinab ins kraterloch, wo non stop dicke schwefelwolken rausqualmten. Diesen abend verzichteten wir auf ein mandi (ind. kaltwasser dusche), denn es war fuer uns so richtig kalt hier auf 2000 m.ue.m., aber zum schlafen genossen wir es wiedermal in unsere schlafsaecke kriechen zu koennen. Um 4 uhr morgens als wir aufstanden, hatte uns der japaner mit seinem wasserkocher bereits kaffee gemacht und zu dritt machten wir uns noch im dunkeln auf den weg zum bromo. Unter millionen von sternen und spaeter im nebelmeer durch die sandwueste wanderten wir in totaler stille bis zum kraterrand. Bei sonnenaufgang war dann die ruhe durch die grosse indonesische Schulklasse zwar vorbei, doch schoen war’s trotzdem.

2 stunden busfahrt und wir waren zurueck auf meereshoehe an der heissen, dreckigen busstation von probbolingo. Es ging aber keine 5 minuten und wir sassen nach kurzen preisverhandlung (wir hattens wieder mal geschafft und zahlten den lokalen fahrpreis von 2 fr. fuer die 5 stunden fahrt) im bus nach banyuwangi, der westlichsten stadt von java und faehrhafen nach bali. Auch diese busfahrt war interessant, aber mal nicht nur wegen der schonen landschaft, sonder wegen dem indonesier, welcher sich zu uns auf die 3er busbank drueckte. Ein wirklich gutes gespraech ueber die weltreligionen entstand und er meinte, es haben ja schlussendlich alle religionen den selben gott. Er fragte uns dann noch, ob wir auch schon vom WTC in amerika gehoert haetten. an diesem abend sahen wir dann in einer zeitung die unfassbaren bilder vom nicht mehr vorhanden wtc. gleich gingen wir ins internet und informierten uns, was denn da wirklich geschen war. wir sahen uns amerikanische, schweizer und arabische homepages an und es war interssant zu sehen, wie man ueber das selbe erreignis unterschiedliche ansichten haben kann!

Tags drauf nahmen wir die faehre nach bali. Das bemo lud alle leute ca 1 km vor dem hafen aus. Das war der anfang des "faehre-staus", an welchen wir entlang der staubigen strasse zu fuss durch kolonnen von lastwagen marschierten. nach gut einer stunde auf wasser legten wir bereits auf bali an.

Bali

Turistenzentrum von indonesien und dementsprechend alles doppelt und dreifach so teuer. Fertig mit lokalen buspreisen. Wir entschieden uns die straende zu meiden und fuhren ins innenland nach ubud. Doch auf der ca. 20 km langen strasse von der kueste her, gabs kein ende der souveniershops, haus an haus bis hinein nach ubud. Ein eigentliches shoppingparadies fuer balinesisches kunsthandwerk aus silber und holz, aber eigentlich nicht so ruhig und idyllisch wie wir uns ubud umringt von reisfeldern vorstellten. Fuer 2 tage mieteten wir uns ein toeffli, um bali etwas zu erkunden. Als erstes fuhren wir aber direkt zum segelhafen um uns nach einem boot nach australien umzusehen. Zwar viele australier, aber alle mit dem wind richtung westen unterwegs, naja wir hinterliessen mal eine notiz am pinbord, vielleicht kriegen wir ja ein mail! Jetzt mussten wir uns doch noch das "kuta" anschauen, dass in vielen tips die wir lasen, als zu vermeiden hingestellt wurde. Ein weisser breiter und langer sandstrand, viele surfer, viele sarong strandverkauefer, bars, nightlife - nicht ganz typisch indonesien (aber ein paradies fuer die 2 wochen strandturisten, das mallorca der australier)!

Am zweiten toefflitag fuhren wir in die berge, da wo bali wunderschoen ist, tausend kleine strassen fueren durch reisfelder und schoene alte kleine doerfer. Der balinesische hinduismus schreibt vor, dass alle einen eigenen haustempel bilden muessen, so scheinen die doefer aus unzahligen, reichverzierten tempeln zu bestehen und die religioesen traditionen werden taeglich praktiziert.

Lombok

Weiter richtung osten nahmen wir eine weitere faehre nach lombok, eine noch kleinere insel als bali. Es lief wiedermal wie am schnuerchen, nach 4 stunden auf der faehre, sassen wir sogleich in einem bus zur hauptstadt mataram, keine minute spaeter hatten wir den bus gewechselt und fuhren an die nordkueste zum strand an welchem die boetchen zu den gili inseln fahren. Im selben schiff wie alle anderen turis, (welche die fahrt von bali im turistenbus zurueckgelegt hatten) tuckerten wir bei sonnentuntergang zu den kleinen inselchen raus. Wir entschieden uns fuer gili air, der kleinsten insel mit ca. 1 km durchmesser und schauten mal nicht auf den preis und suchten uns das schoenste bunganlow aus. Fuer weniger als 20 franken die nacht ( camping preis in australien) fanden wir ein doppelstock haeuschen mit sofa und haengematte und salzwasserdusche! (trinkwasser ist etwas krapp, aber man gewohnt sich dran mit saltzwasser die zaehne zu putzen!) gleich vor unserem hotel, trafen wir einen alt bekannten reisenden, welcher mit uns im yoga-ashram in indien war. Es ist richtig schoen ab und zu ein altbekanntes gesicht zu sehen, man hat dann so ein vertrautes gefuehl von zuhause, aber nicht dass wir heimweh haetten!

3 tage verbrachten wir mit schnorcheln, tauchen, yoga auf unserer grossen terasse und quatschen, bis jeannette mit der nachricht kam, dass morgen das nur alle 4 wochen fahrende pelni-schiff nach flores (der uebernaechsten insel) , im hafen von lombok anlegt! Dies war das zeichen, dass wir wohl weiter sollten, das "unverlaengerbare" 60 tage indoniesien visum war am "ticken" und so sparten wir uns die 20 stunden busfahrt durch sumbawa, da wir noch mind. 3 wochen zeit haben wollten fuer flores und timor. So stiegen wir tags drauf einmal mehr in eines der riesigen pelnischiffe ein. Dieses mal gabs nur noch economie tickets (die "tiefste" und billigste klasse) , kein problem wie wir aus unserem letzten pelnibootsfahrt wussten - naja - nicht immer. Das schiff war hoffnungslos ueberfuellt kein liegeplatz mehr, weder drinnen noch draussen. Doch wir fanden dann doch noch ein plaetzchen auf deck und verbrachten die nacht auf unseren duennen yogamaettchen unter dem sternenhimmel, was aber dann eigentlich richtig schoen war. Nach 24 stunden auf meer legten wir in labuhan bajo, am westende von flores, an.

Flores

Das idyllische fischerdoerfchen Labuhan bajo erinnerte uns an laos. Fast keine autos, freundliche leute und ruhig. Uns wurde erzaehlt von der farbigen unterwasserwelt vor flores und komodoinselns, ganz im gegensatz zu den vom meer aufsteigenden braunen huegeln am ende der trockenzeit. Die 3 tauchgaenge die ich machte waren das beste was ich bis jetzt sahmantas, haie, viele grosse fische und extrem schoene korallen (Jeaennette hatte momentan leider eine ohrenentzuendung und konnte nicht mitkommen..)

2 tage spaeter waren wir mit dem bus noch nicht weit gefahren, und die landschaft um uns war nicht mehr braun, sondern gruen mit palmen, bananenbaeumen und feldern. nach einer nacht in ruteng, einem kleinen staedtchen voller "turistenfachschul" studenten welche sich uns gleich zu fuenft durch die ganze stadt begleiteten und fleissig englisch praktizierten (lernten), fuhren wir weiter nach bajawa, ein paradies der ruhe und freundlichkeit. Alle leute scheinen hier gluecklich zu sein und das leben laeuft hier ein wenig langsamer als an anderen orten. Wir lernten yuthy kennen, eine junge einheimische indonesierin, welche uns tags drauf zu den knallroten kraterseen fuehrte, welche erst bei einem vulkanausbruch dieses fruehjahr entstanden sind. Am naechsten tag lagen wir ein weiteres mal in herrlichen natuerliche heissen quellen unter bauemen ausserhalb bajawa - ein schoenes leben!

Nach ein paar weiteren bustunden durch das schoene gruene huegelig innenland von flores, waren wir in moni, ausgangsoertchen zu den beruehmten 3 verschiedenfarbenden kraterseen. Ein jeep brachte uns zum fusse des kraters und bei sonnenaufgang standen wir bereits einige zeit und gluecklicherweise voellig alleine (abgesehen von einen kaffeeverkaufer der mit uns raufkam) auf dem aussichtspunkt zwischen den kratern. Wow! Die drei seen, pechschwarz, schokobraun, und knall tuerkis sahen aus wie farbtoepfe und es war faszinierend zu beobachten wie sich die farben bei aufsteigender sonne veraenderten und immer kraeftiger wurden.

Ein 3 stuendiger marsch den berg hinunter, brachte uns zurueck ins dorf, wo wir wir kate und martin, ein paerchen aus Canada, zum sechstenmal in indonesien antrafen! Gemeinsam schlemmerten wir uns durch die vielen platten voller leckerem essen, welche unsere nette guesthausbesitzerin fuer 2 franken uns am abend servierte.

10 tage blieben uns noch um indonesien zu verlassen, so kuemmerten wir uns langsam um eine faehre nach timor. Am naechsten tag soll eine fahren, toll, so standen wir an die strasse und nahmen den naechsten bus nach ende. Derselbe busfahrer, wie auf dem hinweg hielt an, diesmal ohne geplatzten reifen, wie auf dem weg nach moni, kamen wir aber gluecklicherweise gut in ende an! Es war noch nicht das "ende", ende ist die hauptstadt von flores mit 70,000 einwohnern, und gleich verschlafen wie ganz flores. Beim ticketkauf fanden wir dann schlussendlich (auf indonesisch) heraus, dass das boot morgen nicht fahre, ok! So kauften wir ein ticket fuer ein neu verkehrendes boot, 4 tage spaeter. Wir passten uns am leben von ende an und machten die naechsten tage nicht viel. Ab und zu ein spaziergang zu benachbarten doerfchen, wo uns die kinder anstarrten und "hello misteeer, hello misseees" nachschrien, als ob sie noch nie weisse gesehen haetten (in ende bleiben wohl die meisten traveller nur 1 tag, und in die umliegenden doerfer geht wohl fast niemand). Taeglich gingen wir nach sonnenuntergang zum nachtmarkt, dem wahrscheinlich einzigen ort, wo die stadt regelmaessig etwas zum leben erwacht. Nach 3 tagen ende, riefen vorbeifahrenden bemo fahrer, jeannette bereits beim namen! Am abend bevor die faehre fahren sollte, fanden wir per zufall heraus, dass die zeit auf unseren tickets, nicht ganz stimmt…! 20 stunden spaeter als geplant, fuhr das boot schlussendlich richtung timor ab.

Timor

Die fahrt auf dem neuen erst 4 wochen verkehrenden boot, war dann aber richtig angenehm. Das boot halb leer, ruhiger wellengang, karaoke unterhaltung, besuch im schiffscockpit, essen, lesen so vergingen die 15 sehr schnell. Eine kurze bemo fahrt und wir waren in kupang der hauptstadt von timor. Wir fanden in einem "halb" geoeffnetten hostel, ein "bett"! Der traveller strom in kupang ist seit den problemen die sie hier hatten und nachdem der flugverkehr zu australien eingstellt worden war, vollkommen zusammengebrochen. So haben die meisten guenstigen backbacker hotels geschlossen. Edwin der besitzer unserer bleibe ist aber zuversichtlich, hat aber noch viel arbeit vor sich, um sein heruntergekommenes guesthouse wieder in schwung zu bringen. Wir sahen hier keine chance ein boot nach Darwin zu finden, denn anscheinend soll australien nun starke beziehungen zu ost-timor haben, aber nicht mehr viel zu west-timor und wir hatten nur noch 4 tage zeit, visum (tick, tick, tick....)!

2 naechte blieben wir doch noch in kupang, auch hier nette leute, obwohl im gegensatz zu flores eine etwas unruhige und rauhe athmospaere herrschte. (sicherlich viel zu tun mit den unruhen die bis vor einem jahr hier stattfanden). so nahmen wir also dann einen bus richtung osten. Uebernachteten in kefa, einem doerfchen im innenland von timor. Befor wir am naechsten tag einen bus zur "grenze" nahmen. Die fahrt fuehrte durch eine etwas trockene huegelige landschaft, durch unzaehlige kleine doerfchen mit strohdachhauesern und "kuechen" welche wie strohhaufen aussahen. timor ist nach der regenzeit sicherlich eine wunderschoen aussehende insel.

Haeufig wurden wir gefragt wo wir hinwollen, wir waren nicht sicher, was die antwort "ost-timor" ausloesen wuerde, denn die einheimischen indonesier koennen, seit die grenze vor gut einem jahr gelegt wurde, diesen teil der insel nur mit einem speziellen visum betreten. Doch zu unersem positiven ueberraschen, fanden das alle ok, und einige erzaehlten uns, dass dili, die hauptstadt von ost-timor schoen sei und sie frueher auch schon dort waren. wir hatten das gefuehl, dass die leute mit denen wir sprachen ueber die grenze "froh" sind und nun nach den vielen jahren, des unabhaengigkeits-krieges nun endlich ruhe ist. Noch einmal den bus wechseln, vorbei an fluechtlingslager von ost-timoresen, und wir waren an der grenze. Das heisst eine baracke mit ein paar polizisten am rande des dorfes. wir mussten uns zuerst in ein buch eintragen, bevor wir der verlassenen strasse entlang ein paar hundert meter weiter, zum eigentlichen zoll, weitergehen konnten. Die netten indonesischen zollbeamten durchsuchten ein wenig unser gepaeck und wir kriegten dann gleich unser ausgangsstempel. So gingen wir wieder ein paar hundert meter auf der voellig verlassenen strasse weiter zu den baracken und den wehenden fahnen der UN, der grenze zu ost-timor.


zurück



Lake Maninjau



Bei "Ende" am Strand




Reisfrau, Bemo, Kratersee Kelimutu






Bajawa am Markt