| 7. Oktober 2001: Indonesien |
Sumatra
Ganz gespannt auf indonesien, erreichten wir nach 5 stuendiger
expressbootsfahrt von penang, sumatra. Wir wurden auch schon
erwartet... dutzende von leuten versuchten die turisten und einheimische
in ihre busse oder taxis zu pferchen. Anstatt bei knapp 20 grad im
kuehlen a/c boot, sassen wir sogleich schwitzend in einem bus bei 35
grad. Zum glueck waren es bis zur 2 millionen stadt medan nur ein paar
kilometer.
Wir fanden ein ok hotel, gleich neben einer grossen mosche
und nachdem wir mal allen "erklaert" haben, dass wir weder einen
guide brauchen, noch was kaufen wollen, war es so richtig friedlich. 2 tage
streiften wir ein wenig durch die grosse verkehrsueberrollte, laermige,
stickigheisse stadt. In den grossen a/c shoppingcenter konnten wir uns
von der hitze etwas erholen. Die leute hier in indonesien sind im
gegensatz zu den thailaendern und malayen viel offensiver (fast wie die
indier). Gerne brauchen sie die paar englischen worte, welche sie
gelernt haben. Erstaunlicherweise viele frauen (in diesem moslem land) sprachen
uns selbstbewusst an, so hatten ich und henning schon am ersten tag
einen heiratsantrag erhalten!
medan ist sicherlich keine turisttenattraktion, doch hatten wir einen
ersten guten eindruck von den freundlichen indonesiern. waehrend der
3 stuendigen busfahrt nach bukit lawang aenderte sich die landschaft rasch.
Weniger haeuser und mehr waelder und felder. Wir fuhren richtung gunung
leuser nationalpark. Im gegensatz zu medan lebt heute dieser ort vom
tourismus! Wir fluechteten erst mal in ein restaurant am rande des
schoenen flusses (was einem normalerweise ruhe bringt), doch ein guide
setzte sich sofort zu uns und quatschte uns den kopf voll.
Wie wir spaeter feststellten ist in diesem ort (fast) jeder der
englisch spricht dschungel-guide! Wir liessen uns schlussendlich in
ein hotel fuehren, wo wir aber auch 2 wirklich
schoene grosse bungalows kriegten.
Die turistenattraktion hier sind die orang utan (indonesisch: mensch wald).
Seit 20 jahren werden hier in einem rehabilitationszenter (von 2 schweizerinnen
gegruendet) orang utans, welche aus der gefangenschaft kommen, wieder auf das leben im
dschungel vorbereitet. Von den weltweit 4000 wilden affen leben im
gunung leuser nationalpark ca. 2000 und einige davon konnten wir im
rehabilitaoinzentrum bewundern. Wow, sehen echt aus wie menschen welche
im wald leben. unsere entscheidung trotz des staendigen, aggressiven
anwerbens, einen 2 tages dschungeltreck zu machen, hat sich sehr
gelohnt. Wir wanderten durch dichten dschungel, sahen orang utans durch
die baeume schwingen, schwarze gibbon affen und langschwanz-makaken,
uebernachteten unter plastikplanen an einem fluss mittem im dschungel
und konnten am abend sogar in einen natuerlichen kuehlen pool springen.
Wir verzichteten in einen teuren (aber schnellen) turistenbus zu
steigen um nach berastagi zu gelangen. Also gings mit einem bus zuerst zurueck
nach medan, dort sassen wir eine 1 stunde in einem kleinen bus (bemo)
nur um die bushaltestelle zu wechseln, endeten an dieser art
bushaltestelle und warteten mit hunderten von jugentlichen medaner auf
die busse nach berastagi! es war der 15 august, ein tag vor dem
indonesischen nationalfeiertag! alles fuhr in die berge. Mit glueck
ergatterten wir noch ein plaetzchen auf dem dach des busses, wo bereits
etwa 20 kids mit rucksack, gitarre und partystimmung hockten.
Nach 2 stuendiger super 360 grad panoramablick busfahrt mit kuehlen
fahrtwind, verabschiedeten wir uns vom "dach" des busses und suchten
uns ein hotel im 1300 m.ue.m. gelegenem staedtchen. (alle jungen fuhren
noch weiter zum campieren). Alle schulkinder der stadt schienen tags drauf
am nationalfeiertag dabei zu sein und praesentierten zum teil stolz
traditionelle kleidungen beim paradeumzug durch die strassen. bis spaet
am abend war berastagi ueberfuellt mit autos und leuten, es herrschte so
ein richtiges verkehrschaos. Aber keiner in den autos, welche stundenlang fast keinen
meter vorwaerts kamen, war irgenwie gestresst, sondern wir hoerten
sicher hundert mal, als wir den autos entlang liefen ein froehliches
"hello mister".
Einen tag danach wars wieder ruhig und wir bestiegen unseren ersten
vulkan! 3 stunden wanderten wir an feldern vorbei und durch waelder bis
wir am rande des kraters umringt von einer steinwueste standen und vor
uns gelber schwefeldampf aufstieg. Ein kuehler, starker wind blies hier
oben auf dem 2300 hohen vulkan sibayak und nach 2 stunden abstieg war
es herrlich am fusse des berges in die heisse quellen zu springen... ah,
das tat gut! (obwohl wir fuer die naechsten tage nach schwefel stanken)
Tags drauf fuhren wir (mit einem touristenbus) weiter richtung sueden
zum lake toba. Ein grosser kratersee, welcher bei einem riesigen
vulkanausbruch vor 75000 jahren entstanden sei und dabei die ganze erde
in asche huellte. Ein paar tage genossen wir unser ruhiges bungalow
direkt am riesigen sees, hier im gebiet der batak kultur. Einmal mehr
sahen wir hier einen richtigen "lebendigen" asiatischen markt mit
vielen huehnern, fischen, kuriosen fruechten und eigentlich allem was
man irgenwie brauchen kann!
Es kam die zeit abschied von henning zu
nehmen, welcher nach einem jahr malaysia zurueck nach deutschland flog.
Fuer uns ging die reise tags drauf weiter, weiter richtung sueden in
die mitte von sumatra. Wieder mit lokalen bussen, waren wir 2 volle tage
unterwegs, um ins ca. 400 km entfernte bukittinggi zu gelangen! Obwohl
einer relativ anstrengenden busfahrt in (ueber) vollen bussen, war es
eine schoene interessante fahrt durch gruene huegelige landschaften,
vorbei an vielen traditionellen doerfern. 50 km vor bukittinggi
ueberquerten wir den aequator! bukittinggi liegt ebenfalls fast auf
1000 m.ue.m. und ist das "reich" der minangkabau leute. interessant ist,
dass ein matrilineares gesellschaftssystem herrscht, das heisst, dass
die frauen alle besitztuemer besitzen und es an die tochter vererben!
Unser highlight hier war eine pencak silat show, eine kampfkunst welche
wir ja in der schweiz lernen und urspruenglich von indonesien stammt.
Wir trafen dann auch ein junger meister der uns viel ueber die
philosophie des pencak silat erzaehlte. Er selber war (wie in einem
film) 6 jahre in indonesien unterwegs, hat von mehreren meistern
gelernt und sich dabei unter anderem von gitarre spielen in bussen, das essen
verdient. (sein onkel besitzt die kunst ohne physischen kontakt
angreifer abzuwehren!) Er bot uns an bei im zu lernen, aber ein 60
tage visum und durch ganz indonesien reisen zu wollen, reicht da halt
wirklich nicht aus.
so fuhren wir nach 2 tagen zum nur 2 stunden entfernten lake maninjau,
ein weiterer anscheinend wunderschoener kratersee. Jawoll, und er ist
wunderschoen. nach der ersten nacht konnten wir in das vermutlich
schoenste bungslow am mehr als 10 km langem see einziehen! Wir blieben
gleich fast eine woche dort, lagen viel in der hangematte auf unserer
terasse 5 meter vom see entfernt, lasen, genossen die sicht auf den see
und den ihn umkreisenden krater mit den am rand haengenden wolken,
glaubten am meer zu sein, wenn eine grosse dunkle wolke stroemenden
regen brachte und das andere ufer verschwinden liess, genossen nach
einem kuehlen regen die durch die wolken scheinenden sonnenstrahlen,
schwammen zum tagesauftak im warmen see, wanderten durch die den see
umringenden reisfelder und dschungel... das datum, an welchem wir diesen
paradiesischen ort verlassen sollten, gab uns das einmal woechentlich
fahrende grosse pelni boot von padang nach jakarta.
5 stunden busfahrt brachte uns in die stadt padang. tags drauf stiegen
wir am hafen in das riesige neue boot ein. 30 stunden waren wir mit fast 2000 indonesiern
unterwegs bis wir jakarta auf java, die 10 millionen hauptstadt
erreichten.
Java
Zu viert (mit kate und martin, 2 kanandiern) liessen wir uns mit einem
taxi vom hafen gleich in die turisten strasse von jakarta fahren. wir
fanden ein wirklich sehr nettes ruhiges guesthouse an der "jalan
jaksa" mitten in der stadt. Der grund, dass wir ueberhaupt in jakarta
stoppten war, um ein neues australienvisum zu beantragen, denn das
australien visum, welches wir bereits in der schweiz beantragten und in
unserem pass klebt, war bereits ende april abgelaufen!
so "schlimm" wie uns gesagt wurde, fanden wir jakarta gar nicht, es
ist einfach eine grosse stadt mit viel verkehr. aber eine grosse stadt
in asien, hat auch interessantes zu bieten. Man kann zwar nicht durch
schoene gassen schlendern wie in europa, aber man sieht das "moderne"
leben der jungen leute und kann durch riesige maerkte wandern. am markt
in chinatown, sahen wir das erste mal ein schlangenblut verkaeufer!
Nach 3 stunden anstehen, konnten wir uns dann unser zugsticket (ohne
den schwarzmarkt benuetzen zu muessen) selber am schalter kaufen und
stiegen in den zug nach bandung, eine weitere grossstadt, 3 stunden westlich
von jakarta. Im internet hatte jeannette mal eine homepage einer pencak
silat schule gefunden, so waren wir hier um diese zu finden. Mit
kleinen bussen waren wir 2 weitere stunden unterwegs, durch huegelige gruene
berglandschaften, um schlussendlich tatsaechlich vor der schule zu
stehen. Doch das grosse eisentor war verschlossen. Naja. So gings halt
wieder 2 stunden zurueck nach bandung. Weiter auf pencak silat suche,
sassen wir am selben abend in einem haus mit einem weiteren
"meister", der uns zu einem training in einer halle in bandung brachte. wir
trainierten zwar nicht selber, sahen aber wenigstens einem training zu,
welches ein sehr hohes niveau hatte! Die "geschlossene eisentuer"
brachte uns tags drauf, gleich wieder auf die "normale" turistenroute
zurueck und unsere "pencak silat mission", schlossen wir fuer den
moment erstmal ab.
8 stunden zugsfahrt brachte uns zur beruehmten stadt yogyakarta. wir
fanden ein gutes hotel (hatten auch hunderte zur
auswahl). Als neuankoemmling, ist man ein begehrtes objekt der
"abschlepper". wir liessen uns gleich drauf auch in eine
"exklusive batikgalerie" fuehren. Yogya ist beruehmt fuer batikarbeiten, und es
gibt sicher dutztende (hunderte) von sogenannten galerien. es war auch
echt interessant den prozess der verarbeitung verfolgen zu koennen.
obwohl es ein paar wirklich schoene bilder hatte, liessen wir uns nicht
zu einem kauf verleiten. wir fanden yogya eine schoene,
athmosphaerische stadt und wir schlenderten oft durch die vielen
schmalen gassen, der alten sultansstadt. Eine attraktion ist der
sogenannte "vogelmarkt", welcher auch uns faszinierte oder besser
gesagt empoerte. denn in den kleinen kaefigen, gabs nicht nur voegel zu
kaufen, sondern wohl alle in der umgebung sonst freilebenden tiere! die
vielen tiere brauchen natuerlich auch was zu essen, dafuer gabs eine
spezielle "abteilung". vorallem die ameisen verkaueferin, welche mit
blossen haenden die roten ameisen in saecke packte war interessant,
denn die verkaufsware krabbelte auf ihrem ganzen koerper herum!
Etwas ausserhalb von yogy sahen wir uns den groessten budhistischen
tempelkomplex suedostasiens an, borobodur. Der sonnnuntergang hinter
den
reisfelder und den weiter entfernten bergen, welche Borobodur,
umkreisen. war mystisch und wunderschoen.
--- Hier gehts nun weiter mit dem zweiten Tiel ---
Den naechsten schonen sonnenuntergang sahen wir zwei tage spaeter nach 8
zugstunden, zwei busstunden und einer nacht in Surabaya auf dem mount
bromo. Kaum hatten wir mit einem japaner ein guenstiges zimmer gefunden,
schnallten wir uns die wanderschuhe an, um die kraterlandschaft zu
erforschen. Gleich ein paar meter vom hotel entfernt sahen wir die
steinwueste umkreist von vulkanen und vor uns der rauchende vulkankegel
des bromos. 1 stunde spaeter, knapp vor sonnenuntergang standen wir dann
am kraterrand und schauten ehrfuerchtig hinab ins kraterloch, wo non
stop dicke schwefelwolken rausqualmten.
Diesen abend verzichteten wir auf ein mandi (ind. kaltwasser dusche),
denn es war fuer uns so richtig kalt hier auf 2000 m.ue.m., aber zum
schlafen genossen wir es wiedermal in unsere schlafsaecke kriechen zu
koennen. Um 4 uhr morgens als wir aufstanden, hatte uns der japaner mit
seinem wasserkocher bereits kaffee gemacht und zu dritt machten wir uns
noch im dunkeln auf den weg zum bromo. Unter millionen von sternen und
spaeter im nebelmeer durch die sandwueste wanderten wir in totaler
stille bis zum kraterrand. Bei sonnenaufgang war dann die ruhe durch die
grosse indonesische Schulklasse zwar vorbei, doch schoen war’s trotzdem.
2 stunden busfahrt und wir waren zurueck auf meereshoehe an der heissen,
dreckigen busstation von probbolingo. Es ging aber keine 5 minuten und
wir sassen nach kurzen preisverhandlung (wir hattens wieder mal
geschafft und zahlten den lokalen fahrpreis von 2 fr. fuer die 5 stunden
fahrt) im bus nach banyuwangi, der westlichsten stadt von java und
faehrhafen nach bali. Auch diese busfahrt war interessant, aber mal
nicht nur wegen der schonen landschaft, sonder wegen dem indonesier,
welcher sich zu uns auf die 3er busbank drueckte. Ein wirklich gutes
gespraech ueber die weltreligionen entstand und er meinte, es haben ja
schlussendlich alle religionen den selben gott. Er fragte uns dann noch,
ob wir auch schon vom WTC in amerika gehoert haetten.
an diesem abend sahen wir dann in einer zeitung die unfassbaren bilder
vom nicht mehr vorhanden wtc. gleich gingen wir ins internet und
informierten uns, was denn da wirklich geschen war. wir sahen uns
amerikanische, schweizer und arabische homepages an und es war
interssant zu sehen, wie man ueber das selbe erreignis unterschiedliche
ansichten haben kann!
Tags drauf nahmen wir die faehre nach bali. Das bemo lud alle leute ca 1
km vor dem hafen aus. Das war der anfang des "faehre-staus", an welchen
wir entlang der staubigen strasse zu fuss durch kolonnen von lastwagen
marschierten. nach gut einer stunde auf wasser legten wir bereits auf
bali an.
Bali
Turistenzentrum von indonesien und dementsprechend alles doppelt und
dreifach so teuer. Fertig mit lokalen buspreisen. Wir entschieden uns
die straende zu meiden und fuhren ins innenland nach ubud. Doch auf der
ca. 20 km langen strasse von der kueste her, gabs kein ende der
souveniershops, haus an haus bis hinein nach ubud. Ein eigentliches
shoppingparadies fuer balinesisches kunsthandwerk aus silber und holz,
aber eigentlich nicht so ruhig und idyllisch wie wir uns ubud umringt
von reisfeldern vorstellten. Fuer 2 tage mieteten wir uns ein toeffli,
um bali etwas zu erkunden. Als erstes fuhren wir aber direkt zum
segelhafen um uns nach einem boot nach australien umzusehen. Zwar viele
australier, aber alle mit dem wind richtung westen unterwegs, naja wir
hinterliessen mal eine notiz am pinbord, vielleicht kriegen wir ja ein
mail! Jetzt mussten wir uns doch noch das "kuta" anschauen, dass in
vielen tips die wir lasen, als zu vermeiden hingestellt wurde. Ein
weisser breiter und langer sandstrand, viele surfer, viele sarong
strandverkauefer, bars, nightlife - nicht ganz typisch indonesien (aber
ein paradies fuer die 2 wochen strandturisten, das mallorca der
australier)!
Am zweiten toefflitag fuhren wir in die berge, da wo bali wunderschoen
ist, tausend kleine strassen fueren durch reisfelder und schoene alte
kleine doerfer. Der balinesische hinduismus schreibt vor, dass alle
einen eigenen haustempel bilden muessen, so scheinen die doefer aus
unzahligen, reichverzierten tempeln zu bestehen und die religioesen
traditionen werden taeglich praktiziert.
Lombok
Weiter richtung osten nahmen wir eine weitere faehre nach lombok, eine
noch kleinere insel als bali. Es lief wiedermal wie am schnuerchen, nach
4 stunden auf der faehre, sassen wir sogleich in einem bus zur
hauptstadt mataram, keine minute spaeter hatten wir den bus gewechselt
und fuhren an die nordkueste zum strand an welchem die boetchen zu den
gili inseln fahren. Im selben schiff wie alle anderen turis, (welche die
fahrt von bali im turistenbus zurueckgelegt hatten) tuckerten wir bei
sonnentuntergang zu den kleinen inselchen raus. Wir entschieden uns fuer
gili air, der kleinsten insel mit ca. 1 km durchmesser und schauten mal
nicht auf den preis und suchten uns das schoenste bunganlow aus. Fuer
weniger als 20 franken die nacht ( camping preis in australien) fanden
wir ein doppelstock haeuschen mit sofa und haengematte und
salzwasserdusche! (trinkwasser ist etwas krapp, aber man gewohnt sich
dran mit saltzwasser die zaehne zu putzen!) gleich vor unserem hotel,
trafen wir einen alt bekannten reisenden, welcher mit uns im yoga-ashram
in indien war. Es ist richtig schoen ab und zu ein altbekanntes gesicht
zu sehen, man hat dann so ein vertrautes gefuehl von zuhause, aber nicht
dass wir heimweh haetten!
3 tage verbrachten wir mit schnorcheln, tauchen, yoga auf unserer
grossen terasse und quatschen, bis jeannette mit der nachricht kam, dass
morgen das nur alle 4 wochen fahrende pelni-schiff nach flores (der
uebernaechsten insel) , im hafen von lombok anlegt!
Dies war das zeichen, dass wir wohl weiter sollten, das
"unverlaengerbare" 60 tage indoniesien visum war am "ticken" und so
sparten wir uns die 20 stunden busfahrt durch sumbawa, da wir noch mind.
3 wochen zeit haben wollten fuer flores und timor.
So stiegen wir tags drauf einmal mehr in eines der riesigen pelnischiffe
ein. Dieses mal gabs nur noch economie tickets (die "tiefste" und
billigste klasse) , kein problem wie wir aus unserem letzten
pelnibootsfahrt wussten - naja - nicht immer. Das schiff war hoffnungslos
ueberfuellt kein liegeplatz mehr, weder drinnen noch draussen. Doch wir
fanden dann doch noch ein plaetzchen auf deck und verbrachten die nacht
auf unseren duennen yogamaettchen unter dem sternenhimmel, was aber dann
eigentlich richtig schoen war. Nach 24 stunden auf meer legten wir in
labuhan bajo, am westende von flores, an.
Flores
Das idyllische fischerdoerfchen Labuhan bajo erinnerte uns an laos. Fast
keine autos, freundliche leute und ruhig. Uns wurde erzaehlt von der
farbigen unterwasserwelt vor flores und komodoinselns, ganz im
gegensatz zu den vom meer aufsteigenden braunen huegeln am ende der
trockenzeit. Die 3 tauchgaenge die ich machte waren das beste was ich
bis jetzt sahmantas, haie, viele grosse fische und extrem schoene
korallen (Jeaennette hatte momentan leider eine ohrenentzuendung und
konnte nicht mitkommen..)
2 tage spaeter waren wir mit dem bus noch nicht weit gefahren, und die
landschaft um uns war nicht mehr braun, sondern gruen mit palmen,
bananenbaeumen und feldern. nach einer nacht in ruteng, einem kleinen
staedtchen voller "turistenfachschul" studenten welche sich uns gleich
zu fuenft durch die ganze stadt begleiteten und fleissig englisch
praktizierten (lernten), fuhren wir weiter nach bajawa, ein paradies der
ruhe und freundlichkeit. Alle leute scheinen hier gluecklich zu sein und
das leben laeuft hier ein wenig langsamer als an anderen orten. Wir
lernten yuthy kennen, eine junge einheimische indonesierin, welche uns
tags drauf zu den knallroten kraterseen fuehrte, welche erst bei einem
vulkanausbruch dieses fruehjahr entstanden sind. Am naechsten tag lagen
wir ein weiteres mal in herrlichen natuerliche heissen quellen unter
bauemen ausserhalb bajawa - ein schoenes leben!
Nach ein paar weiteren bustunden durch das schoene gruene huegelig
innenland von flores, waren wir in moni, ausgangsoertchen zu den
beruehmten 3 verschiedenfarbenden kraterseen. Ein jeep brachte uns zum
fusse des kraters und bei sonnenaufgang standen wir bereits einige zeit
und gluecklicherweise voellig alleine (abgesehen von einen
kaffeeverkaufer der mit uns raufkam) auf dem aussichtspunkt zwischen den
kratern. Wow! Die drei seen, pechschwarz, schokobraun, und knall tuerkis
sahen aus wie farbtoepfe und es war faszinierend zu beobachten wie sich
die farben bei aufsteigender sonne veraenderten und immer kraeftiger
wurden.
Ein 3 stuendiger marsch den berg hinunter, brachte uns zurueck ins dorf,
wo wir wir kate und martin, ein paerchen aus Canada, zum sechstenmal in
indonesien antrafen! Gemeinsam schlemmerten wir uns durch die vielen
platten voller leckerem essen, welche unsere nette guesthausbesitzerin
fuer 2 franken uns am abend servierte.
10 tage blieben uns noch um indonesien zu verlassen, so kuemmerten wir
uns langsam um eine faehre nach timor. Am naechsten tag soll eine
fahren, toll, so standen wir an die strasse und nahmen den naechsten bus
nach ende. Derselbe busfahrer, wie auf dem hinweg hielt an, diesmal ohne
geplatzten reifen, wie auf dem weg nach moni, kamen wir aber
gluecklicherweise gut in ende an! Es war noch nicht das "ende", ende
ist die hauptstadt von flores mit 70,000 einwohnern, und gleich
verschlafen wie ganz flores. Beim ticketkauf fanden wir dann
schlussendlich (auf indonesisch) heraus, dass das boot morgen nicht
fahre, ok! So kauften wir ein ticket fuer ein neu verkehrendes boot, 4
tage spaeter. Wir passten uns am leben von ende an und machten die
naechsten tage nicht viel. Ab und zu ein spaziergang zu benachbarten
doerfchen, wo uns die kinder anstarrten und "hello misteeer, hello
misseees" nachschrien, als ob sie noch nie weisse gesehen haetten (in
ende bleiben wohl die meisten traveller nur 1 tag, und in die
umliegenden doerfer geht wohl fast niemand). Taeglich gingen wir nach
sonnenuntergang zum nachtmarkt, dem wahrscheinlich einzigen ort, wo die
stadt regelmaessig etwas zum leben erwacht. Nach 3 tagen ende, riefen
vorbeifahrenden bemo fahrer, jeannette bereits beim namen!
Am abend bevor die faehre fahren sollte, fanden wir per zufall heraus,
dass die zeit auf unseren tickets, nicht ganz stimmt…! 20 stunden
spaeter als geplant, fuhr das boot schlussendlich richtung timor ab.
Timor
Die fahrt auf dem neuen erst 4 wochen verkehrenden boot, war dann aber
richtig angenehm. Das boot halb leer, ruhiger wellengang, karaoke
unterhaltung, besuch im schiffscockpit, essen, lesen so vergingen die 15
sehr schnell. Eine kurze bemo fahrt und wir waren in kupang der
hauptstadt von timor. Wir fanden in einem "halb" geoeffnetten hostel,
ein "bett"! Der traveller strom in kupang ist seit den problemen die
sie hier hatten und nachdem der flugverkehr zu australien eingstellt
worden war, vollkommen zusammengebrochen. So haben die meisten
guenstigen backbacker hotels geschlossen. Edwin der besitzer unserer
bleibe ist aber zuversichtlich, hat aber noch viel arbeit vor sich, um
sein heruntergekommenes guesthouse wieder in schwung zu bringen. Wir
sahen hier keine chance ein boot nach Darwin zu finden, denn anscheinend
soll australien nun starke beziehungen zu ost-timor haben, aber nicht
mehr viel zu west-timor und wir hatten nur noch 4 tage zeit, visum
(tick, tick, tick....)!
2 naechte blieben wir doch noch in kupang, auch
hier nette leute, obwohl im gegensatz zu flores eine etwas unruhige und
rauhe athmospaere herrschte. (sicherlich viel zu tun mit den unruhen die
bis vor einem jahr hier stattfanden). so nahmen wir also dann einen bus
richtung osten. Uebernachteten in kefa, einem doerfchen im innenland von
timor. Befor wir am naechsten tag einen bus zur "grenze" nahmen. Die
fahrt fuehrte durch eine etwas trockene huegelige landschaft, durch
unzaehlige kleine doerfchen mit strohdachhauesern und "kuechen" welche
wie strohhaufen aussahen. timor ist nach der regenzeit sicherlich eine
wunderschoen aussehende insel.
Haeufig wurden wir gefragt wo wir hinwollen, wir waren nicht sicher, was
die antwort "ost-timor" ausloesen wuerde, denn die einheimischen
indonesier koennen, seit die grenze vor gut einem jahr gelegt wurde,
diesen teil der insel nur mit einem speziellen visum betreten. Doch zu
unersem positiven ueberraschen, fanden das alle ok, und einige
erzaehlten uns, dass dili, die hauptstadt von ost-timor schoen sei und
sie frueher auch schon dort waren. wir hatten das gefuehl, dass die
leute mit denen wir sprachen ueber die grenze "froh" sind und nun nach
den vielen jahren, des unabhaengigkeits-krieges nun endlich ruhe ist.
Noch einmal den bus wechseln, vorbei an fluechtlingslager von
ost-timoresen, und wir waren an der grenze. Das heisst eine baracke mit
ein paar polizisten am rande des dorfes. wir mussten uns zuerst in ein
buch eintragen, bevor wir der verlassenen strasse entlang ein paar
hundert meter weiter, zum eigentlichen zoll, weitergehen konnten. Die
netten indonesischen zollbeamten durchsuchten ein wenig unser gepaeck
und wir kriegten dann gleich unser ausgangsstempel. So gingen wir wieder
ein paar hundert meter auf der voellig verlassenen strasse weiter zu den
baracken und den wehenden fahnen der UN, der grenze zu ost-timor.
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Lake Maninjau

Bei "Ende" am Strand

Reisfrau, Bemo, Kratersee Kelimutu

Bajawa am Markt
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