| 18. April 2002: China |
Back travelling... es war ein wunderbares gefuehl mit dem rucksack an der
grenze zu stehen. So da sind wir und jetzt? Chinesen phrasebook und los.
Nach ein paar anlaufschwierigkeiten, bis wir rmb’s (chinesisches geld) hatten sassen wir
1 stunde spaeter im direkten zug nach Guangzhou. Ohne muehe durchquerten wir die
moderne 5 millionen stadt zum hauptbahnhof wo wir ein ticket nach chongqin
kauften. Der bahnhof, ein riesen platz mit tausenden von menschen mit
gepaeck, am warten, in einer warteschlange, am essen verkaufen. Eigentlich
waren wir sehr ueberracht, dass wir in einer guten stunde bereits den zug
nehmen konnten, 36 stunden... no problem. Wir ruesteten uns noch mit instant
nudeln + krackers aus, verzichteten diesmal in Guangzhou in ein restaurant
zu gehen... und "bordeten" um 19:00 den zug.
Ein junges, sehr modernes ehepaar und zwei schwestern die grad einen
kosmetikkurs in guangzhou besucht hatten "wohnten" mit uns im 6er abteil. Die
zugsbegleiterin, ein kleiner drachen, tauschte unsere tickets gegen
platzmarken, putzte 3x taegl. den ganzen wagen und schaute, dass alles seine
ordnung hatte. Chinesen sind "rauchige" aber angenehme reisegefaehrten, sehr
ruhig und spucken neuerdings nicht mehr auf den boden, sondern in die
abfalleimer! Hie und da kam der fruechte-ess und "ramsch" wagen vorbei, je
nach bahnhof, konnte man sich auch leckereiein fuer ein paar rappen auf dem
peron kaufen. Unsere mitbewohner waren uh herzig und mit dem phrasebook
gelang es und doch dies und jenes auszutauschen, kurz bevor sie am zweiten
tag ausstiegen schenkten sie jeannette ein armband mit passenden ohrringen und
luden uns zu sich nach hause ein.
als wir dankend ablehnten, meinte sie ihr bruder wuerde uns am bahnsteig
noch ein paar orangen geben, die sie zuvor via natel organisierte! (ihr
bruder drueckte uns einen sack mit etwa 5 kg orangen und einer pomelo in die
hand!) fuer den rest der fahrt hatten wir das abteil fuer uns alleine (und
fuer die naechste woche genug orangen). Die landschaft war wahnsinnig schoen!
Gruene huegel mit reisfeldern an den steilhaengen, doerfer und keine
strasse! Alle waren zu fuss untergwegs oder benuzten den fluss als
transport. Der zug fuhr duch etliche tunnels von sonnenaufgang bis
sonnenuntergang... das waere ein gebiet zum erkunden!
Nach einer 2. nacht im zug erreichten wir puenktlich um 6:00 frueh chongqin.
Eine frau mit minibus brachte uns fuer 2Y (50 rappen) gleich zu einem
boot-tourverkauefer wo wir einen deal mit 3 tage bootsfahrt auf dem yangtsee
fluss und einer uebernachtung in einem eher schaebigen hotel machten.
Die naechsten 2 tage "entdeckten" wir chongqin (eine weitere 5 mio stadt). da
war eine riesige, verwinkelte altstadt, wo wir stundenlang umherwanderten,
der openair "spielklub" auf der alten stadtmauer, wo jung und alt eine art
domino spielten und tee tranken. sowieso schien die ganze stadt (der alte
teil) verrueckt nach "spielen" zu sein, karten, chin. Schach... ueberall wurde
gespielt. Der markt in der altstadt war lebendig und einer der
spezialitaeten schien aal zu sein, welche in runden plastikbecken zu
hunderten gehalten werden und laufend "essfertig" gemacht werden (gekoepft
und gleich entgratet).
am abend assen wir hot pot (eine art fondue chinoise,
oder besser gesagt: das fondue chinoise! ). "hot" war es und zwar so scharf, dass wir
die suppe, die dunkelrot von chilli war, auswechseln lassen mussten!
Dann gab es da aber auch der moderne teil, ein moderner platz umringt von
modernen shoppingzentern mit jeweils einer angestellten pro gestell!
Am zweiten tag um 18:00 bordeten wir das boot fuer die bekannte 3 taegige
yangtseefluss fahrt. Wir bekamen ein 6er zimmer im obersten stock, in
welchem noch zwei aeltere ehepaare von einer chinesichen-reisegruppe
einzogen. Das boot fuellte sich immer mehr und wir waren froh 3. klasse und
nicht 4. oder 5. klasse gebucht zu haben!
Das boot legte ab und wir schliefen gut, waehrend das boot sich auf den weg
richtung osten machte. Es war noch dunkel und das schiff war irgendwo
angedockt, die glocke schrillte, musik ging an und aus dem lautsprecher
plaerrte eine chinesische stimme und erzaehlte irgendwas! Licht an und
unsere zimmergefaehrten standen auf, zaehne putzen, tee, eier, milch... und
gingen los. Wir hatten keine ahnung, wie was und wann und folgten einfach
einer tourgruppe durch die dunklen gassen von fengdu. Wir erreichten eine
riesige tempelanlage mit sessellift und horden von chinescher turisten von
verschiedenen booten.
Mit sonnenaufgang war nichts, denn es begann zu regnen, beeindruckend war
der riesige weisse Buddha und der "ghost palace" trotzdem und auch die
grossen markierungen die am berg oberhalb der grossen stadt anzeigen, wie
hoch der wasserstand sein wird wenn der grosse 3 schluchten damm im jahre 2009
fertiggestellt ist! Leider mussten wir wieder zurueckstressen weil das boot um 9:00 weiterfuhr
(es reichte grad noch um ein paar "baotse" aus den dampfenden bambuskoerben
zu erstehen)
Spaet abends erreichten wir eine zweite tempelanlage auf welche wir
verzichteten... es war viel spannender das geld bei den lokalen verkaeufern
auszugeben und vermutlich auch besser investiert. Zurueck auf dem boot,
gabs ein kleines "nachtfresssen". unsere zimmergenossen hatten auch eingekauft
und dani konnte die huehnerfuesse und die schweinhaxe nicht ablehnen!
Am naechsten morgen wurden wir wieder vor sonnenaufgang geweckt, die 3
"babyschluchten" waren auf dem programm. Alle chinesichen tourgruppen
verschwanden in bussen und wir vermasselten es irgenwie, und fanden kein
boot welches uns zu einem vernuenftigen preis den kleinen nebenfluss
raufgefahren haette.
So erkundeten wir stattdessen die stadt wushan. Das heisst unten beim fluss
die "alte stadt", weiter oben am berghang die "neue" stadt. Die neue stadt
sauber und leblos, die alte dreckig und lebendig mit so freundlichen leuten.
der alte mann ohne zaehne, welcher sein fruehstueck (frittiertes brot mit
soyamilch) genuesslich mampfte, der kleine junge der stolz seine frischen
waffeln verkaufte, die er mit einer schere halbierte. Das alles wird bald
unter wasser verschinden und all der dreck auch (wobei der nicht
verschwindet sondern sich eher verteilt...)
Als alle touren um 15:00 wieder zurueck waren gings weiter, nun durch die
zweite schlucht mit steilen haengen und bizarren felsformationen, das wetter
wurde etwas besser und die landschaft verschwand weit hinten im dunst...
Das boot war nun ziemlich voll mit reisenden (keine turisten) und alle
"geschuezten" plaetze am boden voll mit schlafenden menschen!
durch die dritte schlucht fuhren wir erst, als es schon dunkel war und leider sahen wir kurz spaeter
von der riesengrossen damm-baustelle auch nicht viel. Um 23:00 waren wir in yichang unserer endstation.
dort sprach uns gleich ein junger mann, mit fast perfektem englisch an und mit seinem taxi
(zum offiziellen preis) brachte er uns in ein gutes guenstiges hotel mit
guter lage... so lieb! Wir genossen die heisse dusche und ein ruhiges bett.
der morgen war schoen warm und wir organisierten erstmal unsere zugtickets nach
luoyang fuer den abend. Wie meistens gingen wir direkt zum bahnhof und stellten uns wie es sich gehoert
zuhinterst an einer grossen warteschlange an...es ging relativ gut voran, bis immer mehr komische gestalten
auftauchten die immer irgendwelche "unschuldig" anstehende chinesen zuvorderst in der reihe einordneten. Natuerlich
hatten sie auch uns zwei auslaender entdeckt und drängten uns auch, wir sollen doch nicht anstehen. Wir weigerten uns
dieser technik die ja zu keinen ende fuehren wuerde und blieben wie die meisten "anstaendigen" chinesen schoen an unserem
platz.
Wir waeren wohl noch lange dort gestanden, waeren nicht ploetzlich alle gestalten verschwunden, ruhe kehrte ein
und es ging rasch vorwaerts...na nu? Aha, da war er...ein polizist stand in der halle und alles ging der ordnung nach!
5 minuten spaeter hatten wir unsere tickets mit der vorbereiteten chinesichen notiz, ein weiteres mal ohne probleme gekauft.
in yichang selber gabs nichts spezielles zu sehen, es ist eine durchschnittliche chinesische stadt, ein paar
hunderttausend einwohner, einige maerkte, neu geformte unatmosphaerische parks, ein paar alte holzhaeuser,
viele neue haessliche weisse "plaettlibauten" und moderne shoppingzenter.
So nutzten wir die gelegenheit den 30 km entfernten "3 schluchten damm" am tag zu besichtigen.
Mit einem oeffentlichen bus kamen wir nach etwas umweg schlussendlich dort an, wow. Wohl eine der groessten
baustellen der welt lag vor uns. Vom aussichthuegel aus verschwand das ende der 185 meter hohen staumauer fast
im dunst des baustaubes den wir zu ungesunden quantitaet einatmeten!
Zurueck nach yichang gings mit einem grossen audi und 3 geschaeftsherren...es war grad kein bus zu sehen und da hatten
es wir mal mit trampen versucht und siehe da ein paar minuten spaeter sassen wir im auto. Nach einer interessanten
unterhalten (auch ueber politik, sie fragten uns, mit hilfe unseres phrasebooks, ob wir hitler gut faenden...) luden
sie uns vor unserem hotel ab. Wir hatten grad noch zeit (fuer 1 franken) unser nachtessen per take away mitzunehmen
und sassen gleich drauf im zug nach luoyang.
Nach 10 stunden waren wir schon dort, nur leider war es erst 4 uhr morgens. Von luoyang aus (einer weiteren 4 millionen
stadt) wollten wir den bus zum shaolin kloster nehmen. Um 4 uhr morgens fahren jedoch keine busse...aber 2 nette
zugsangestellte brachten uns trotzdem gleich zu einem bus welcher igendwann spaeter losfahren soll und wir konnten
uns dort neben dem busfahrer noch etwas auf die sitze legen.
Um 9 uhr fuhren wir nach langen hin und her, bis der bus endlich voll war, dann los. Nur leider waren wir nicht in
einem direktbus gelandet, sondern brauchten fuer die normalerweise 1 stuendige fahrt etwa 4 stunden mit diesem
chinesischen tourbus der alle paar kilometer anhielt! naja wir kamen dann doch noch mal an und es hatte sich gelohnt.
Wir fanden ein gutes zimmer im riesigen trainingskomplex der riesigen kungfuschule gleich ausserhalb der eigentlichen
shaolin tempelanlage. Ueberall trainierende kinder (anscheinend 8 tausend!) und ein beachtliches niveau. 2 tage lang
blieben wir dort, schauten den kids beim trainieren zu, besichtigten die schoene tempelanlage und bestiegen einer
der vielen gruenen berge welche das tal einschliessen.
Auf dem weg nach beijing, welches immer noch fast 1000km weiter noerdlich lag, machten wir je eine nacht halt in
kaifeng und qufu. 2 staedte welche von unserem reisefuehrer als interessant und atmospaerisch angepriesen wurden,
wir fanden an beiden orten auch noch eine relativ grosse altstadt welche aber immer wieder unterbrochen wird von
breiten neuen strassen und somit die atmospaere schon stark verloren haben. In qufu besichtigen wir die sehr
beindruckenden tempelanlage vom konfuzius (das areal liegt mitten in der stadt und ist ca. ein quadrat kilometer gross!)
nach einem weiteren nachtzug kamen wir morgen frueh in der hauptstadt chinas an.
Und sie begruesste uns nicht nett...es regnete in stroemen! So nahmen wir uns ein taxi und liessen uns zu dem uns
empfohlenen guenstigen hotel etwas suedlich vom zentrum fahren. Wir bezogen unsere 2 betten im 7er dorm (schlafsaal) und machten uns an die
arbeit...das ticket fuer die transibirische eisenbahn, und das russen und mongolien visum war zu besorgen. Wir
fanden raus, dass wir uns eine unmenge geld sparen konnten wenn wir nichts ueber ein reisebuero organisieren
lassen , sondern alles selber besorgen (was ich sowieso am liebsten mache).
So blieben wir dann fast 2 wochen in unsem 7er zimmer und hatten natuerlich auch zeit die riesen stadt peking etwas
kennenzulernen. China ist im umbruch, das haben wir auf unserer reise schon einige male gesehen, aber in peking
sieht man es ganz extrem, modern und alt strassenrand an strassenrand, wir sahen leute aus ihren haeusern ausziehen,
waehrend die bauarbeiter bereits mit dem vorschlaghammer auf dem dach standen um platz zu schaffen, fuer die neuen
modernen hochhaueser. Wir waren viel am shoppen, tempel anschauen und einen ausflug zur grossen mauer musste
natuerlich auch sein. das eindruecklichste war aber fuer uns das leben. Das einfache leben welches der
durchnittschinese lebt, so haben wir uns fast immer von den vielen strassenstaenden mit fruechten eingedeckt
und haben in kleinen lokalen zwischen den einheimischen unsere staebchen kunst angewendet.
Wir hatten eine schoene zeit in peking (obwohl wir wegen der schlechten luft die ganze zeit halsschmerzen hatten).
Wir hatten auch nette zimmersgenossen (2 englisch, 2 aussis, 1 belgierin) mit welchen wir die meisten abende
gute diskussionen fuehrten.
Irgenwie haben wir es schlussendlich geschafft, alle unsere dokumente bereit zu haben, um am mittwoch morgen den
transibirien express zu borden.
Wir bekamen ein 4er abteil mit zwei mongolierinnen, eine der beiden, konnte englisch, so erfuhren wir schon
einiges uebers land und hatten bereits einen sehr positiven eindruck der mongolen.
Noerdlich von peking sahen wir vom zug aus nochmals die grosse mauer. Das gebirge mit der mauer hinter uns
gelassen, wurde es dann immer flaecher und trockner, nur noch kleine huegelchen und eine duerre
grasslandschaft bis wir dann vollkommen in der wueste gobi verschwanden.
Spaet am abend erreichten wir die chinesische grenzstadt erlian...3 stunden aufenthalt. Na, was macht man da.
Wir fanden gleich neben dem bahnhof eine disco, in welcher aber nur standardtaenze getanzt wurden, nachdem
jeannette dann sogleich von einem chinesen aufgefordert wurde, war sie fuer fast eine viertel stunde auf der
tanzflaeche verschwunden. Obwohl der chinese anscheinen sehr gut tanzte, wollte sie doch nich noch laenger
bleiben und so gingen wir zuerueck zum bahnof und quasselten noch mit den anderen touristen welche auch auf
den zug warteten, bei welchem die fahrgestelle ausgewechselt werden mussten..
zurueck im zug, erreichten wir bald drauf die mongolische grenze. Zwei zoellnerinnen mit minirock und hohen
stiefeln erschienen vor unserem abteil. Die zollprozedur war genau, korrekt und schnell, so konnten wir dann
doch noch etwas schlafen bevor die sonne ueber mongolien wieder aufging.
|
|

zurück

Nudelsuppe in Chongqin

Gate of Heaven

Freundliche Chinesen
|