| 22. April 2002: Mongolien |
Als wir am morgen aufwachten, waren wir schon einige stunden in der mongolei
unterwegs und durchquerten immer noch die wueste gobi. Da gibt’s nicht viel
(haben wuesten halt so ansich) ausser ab und zu ein kamel und kleine doerfer.
Nach dem "ueberfuellten" china war es aber richtig schoen durch diese leere weite
zu fahren und keine spur von zivilisation zu sehen. Als der zug in einem kleinen ort
hielt, stiegen wir natuerlich sofort aus um das erste mal mongolischen boden zu betreten.
Die sonne schien, blauer himmel und es war gar nicht so kalt wie erwartet. Die
einheimischen waren in dicke maentel gehuellt (wie tibeter) und hatten riesiege stiefel.
Die peronverkaeufer boten "tsai" (salziger buttertee), buuz (fleischteigtaschen) und
saecke mit gekochtem lamm, kartoffeln und karotten an. Die flache landschaft wurde nun von
kleinen huegeln abgeloest und der zug kurvte seinen weg nach ulan bator. Dort stiegen wir
aus und verabschiedeten uns von unseren mongolischen abteilsfreunden und den 3 travellern,
welche im zug blieben und direkt bis nach moskau weiterfuhren (weitere 5 naechte).
Am bahnhof stand inke, von einem guesthaus, welches uns empfohlen wurde und brachte uns zu
einem "homestay" bei einer alleine wohnenden frau im 3. Stock, da seine eigene wohnung voll war.
Die stadt hatte diesen eigenen "ex kommunisten" charakter, hohe graue mehrfamilienhaeuser, hie
und da verbroeckelten beton, einen riesen platz beim regierungsgebaeude, 1 shoppingzenter und
stadtbusse vom letzten jahrhundert. Im gegensatz zu china spielt sich hier das meiste leben
drinnen ab (ulan bator sei die kaelteste haupstadt der welt) die restaurants sind jedenfalls
schoen geheizt und sehr gemuetlich mit viel holz eingerichtet und erinnern eigentlich mehr an
oesterreich, als an die ex sowjetunion. Am naechsten morgen sahen wir uns gandan khiid an, das
groesste und wichtigste tibetisch-buddhiste kloster in der mongolei. die aehnlichkeit mit tibet
war verblueffend, moenche die sangen, sandmandalas, butterlaempchen, kathas (gebetsschal)...
Wir kauften uns noch rasch zugtickets fuer die spaetere weiterfahrt nach irkutsk (was erstaunlicherweise wirklich
rasch ohne anstehen und ohne probleme, in englisch, ging)
danach trafen wir uns mit 2 suedafrikaner um ueber eine tour ins outback von mongolien zu verhandeln.
Wir waren uns gleich einig und verabredeten uns mit unserem jeepfahrer fuer den naechsten morgen:
1 nacht in einem ger, 5 stunden suedlich von ulaan bator.
so, alles erledigt, nun war endlich feiern angesagt...denn es war der 19. April. Zur feier
des tages gingen wir in ein indisches restaurant, ins "taj mahal", wo wir ein köstliches curry
mit allem drum und dran bestellten! Nach dem essen telefonierten wir burtee, einem jungen mongolen,
welchen wir tags zuvor kennenlernten und trafen ihn anschliessend mit seinen freunden (und sehr
schoenen freundin) im "brauhaus". Als wir ihm sagten, dass heute jeannette’s geburi sei, waren
wir ab sofort den ganzen abend eingeladen und er fuehrte uns in den groessten dance club von mongolien.
Im oberen stock (a là kauflaeuten) stand kurz drauf eine geburtstagstorte auf dem tisch! Wir tanzten
zu techno, tranken und plauderten mit unseren mongolischen freunden bis in die fruehen morgenstunden,
bis burtee und seine freundin uns mit dem taxi (er konnte nicht mehr fahren...) zuhause ablud.
Wenig spaeter...trafen wir um 9:00 uhr die suedafrikaner, um ins mongolische outback zu fahren. Unser
fahrer stellte sich als "tserek" vor und war uns gleich sympathisch (er liebte spielchen, bei denen
der verlierer ein lied singen muss, dani spielte nicht gerne...). Wir verliessen ulan bator mit
unserem russenjeep auf betonierten strassen (die allerdings nicht unbedingt besser waren, als wenn
man kreuz und quer durch die steppe faehrt...) kaum hatten wir die stadt hinter uns gelassen, bog
tserek irgendwo von dieser einzigen geteerten strasse links ab und kurz spaeter waren von haeusern
und autos weit und breit nichts mehr zu sehen. Ein eisiger wind fegte ueber die weite steppe und
wir fuhren unter klarem blauen himmel irgendwo richtung sueden. Nach 6 stunden fahrt durch endlos
weite huegelige steppe mit tausenden von wilden pferden und ein paar kamelen erreichten wir unser
ziel. Eine familie welche in 3 gers (zelte der nomaden, die fuer einige jahre fix aufgebaut sind)
lebt. Wir wurden sofort ins zeltinnere eingeladen und bekamen eine schale "tsai" und frittiertes
brot mit getrocknetem yoghurt. Es war als ob man in eine zauberwelt tritt...das runde geer von
aussen unscheinbar klein und mit dicken weissen decken verhuellt, ist innen, geraeumig und mit
orangen moebeln und ganz bunten teppichen ausgestattet. Ein junges paar mit zwei kindern und einem
baby leben hier. Zur hochzeit bekamen sie ein geer und 200 schafe von seinen eltern (welche im
nachbar zelt leben) geschenkt, womit sie nun ihren lebensunterhalt verdienen. Das leben hier ist
(vorallem auch durch die extreme kaelte) sehr hart. Am abend half jeannette "buuz" machen
(mit lammfleisch gefuellte und gedaempfte teigtaschen).
Sie richteten uns ein nachtlager auf dem boden ein, mit viel decken unter und ueber uns. Vom ofen
in der mitte des gers war es am abend noch schoen warm, bis am fruehen morgen wurde es dann aber etwas
kaelter...als wir am morgen aufwachten und aus dem ger schauten trauten wir fast unseren augen nicht.
Die ganze landschaft war mit einer dicken schneeschicht bedeckt und die aufgehende sonne glitzerte in
der weissen landschaft, wie im maerchen.
es war klirrernd kalt und bei der morgentoilette im freien (es gab kein wc) fror man sich fast "etwas" ab.
Nach einer reissuppe mit getrocknetem joghurt, wurden wir in traditionelle warme maentel verpackt und
fuhren zum 10 km entfernten nachbar-ger, welcher viele kamele hat. Die kamele hier haben langes zottiges
fell und zwei hoecker. Es war ar... kalt und nach 10 min kamelritt zwischen den hoeckern fluechteten wir
wieder in den jeep.
Am abend waren wir muede und gluecklich zurueck in unserer gut geheizten wohnung bei nara, in ulan bator.
Es war wirklich ein eindruecklicher trip und es waere spannend mit zelt und pferd (im sommer) loszuziehen,
ueber die endlosen steppen mongoliens...ein anderesmal!
tags drauf trafen wir am abend nochmals burtee und yanga und gingen traditionell mongolisch essen
(natuerlich "buuz", welche vorallem dani wirklich sehr gut schmecken)
um 21.00 sassen wir nach 4 tagen dann bereits wieder im zug richtung russland, es war eine
kurze aber sehr schoene zeit in mongolien, mit vielen guten begegnungen.
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Geburtstagsparty von Jeannette im grössten Club von Mongolien

Ueber Nacht hat es geschneit!

Im Geer am aufwärmen
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