| 5. August 2000: Turkmenistan (Zentralasien) |
Nachdem die turkmenischen zoellner unsere rucksaecke gruendlich
durchsucht hatten, waren wir im hafen (fracht) gelaende ca. 2 km
ausserhalb von turkmenbashi und wussten nicht sorecht, wie und wann und
ob ueberhaupt noch ein zug oder bus faehrt. Denn die verstaendigung
wurde seit georgien immer schwieriger. 1. Kann man die schrift nicht
mehr lesen und 2. Hat es sehr wenig englisch sprechende leute! (russisch
war angesagt). Die einzige transportmoeglichkeit welche wir am hafen
sahen, war ein konvoi von ca. 15 grossen LKW'sohne ein wort englisch
gelang es uns, dass uns ein fahrer bis nach ashgabat mitnehmen sollte.
Da die fahrer jedoch nicht wussten, wann sie losfahren wuerden, schickte
uns "unser fahrer" in die kajuete seines deutschen mercedes/benz
lastwagen um zu schlafen (was uns mehr als recht war nach der letzten
nacht!) mitten in der nacht fuhr er ab und am morgen als wir die augen
aufschlugen befanden wir uns bereits mitten in der wueste und sahen
erstaunt die ersten freilaeufigen kamele. Nach etlichen stops
(polizeikontrollen an welchen die fahrer immer wieder schmiergeld
bezahlen mussten) und einer 600 km langen fahrt durch die wueste
erreichten wir ca. 24 Std. spaeter die riesige oase ashgabat (hauptstadt
von turkmenistan, 500'000 einwohner). Diese stadt war, wie wir sie uns
ueberhaupt nie vorgestellt hatten. Keine sandstrassen und kamele sondern
grosse, breite strassen mit riesigen plaetzen und pompoesen gebaeuden
und ueberall das bild von turkmenbashi, des praesidenten, als zeichen
seiner macht (ist vermutlich groessenwahnsinnig) so vergoldet wie die
zaehne in vieler turkmen's munde, war auch die ca 5 m hohe statue auf
der spitze einer riesigen neutralitaetsmonumentes (natuerlich mit lift).
Ganz gegensaetzlich war der grosse bazar in der wueste ausserhalb der
stadt. wir waren ueberwaeltigt von den unzaeligen haendler-innen mit den
farbigen kopftuechern die allerlei fruechte, gemuese und teilweise
undefinierbare selbstgemachte feine sachen anboten. Eigenlich kann man
an diesem bazar alles kaufen (kamelmilch (wuerg), bh's, teppiche,
fernseher, autoersatzteile.)
In unserem hotel in ashgabat (d.h. 6 bett-zimmer) lernten wir einen
jungen turkmenen kennen, welcher uns viel ueber das land und die sitten
erzahlte. Es ist tatsaechlich so, dass ein mann bis zu 12 frauen
heiraten kann, sofern mann genug geld hat (pro frau ca. 1000 usd fuer
die eltern) die frauen tragen alle schoen farbige kopftuecher, ausser
die russinnen, heiraten mit 20 und haben in der regel 3 kinder. Seltsam
sind die relationen fuer uns als touristen: ein doppelzimmer kostet ab
25 usd aufwaerts, eine riesenmelone 15 rappen und eine busfahrt
innerhalb der stadt 1 rappen! (monatliches durschnittseinkommen 50 usd -
wie koennen sich sie die laeute da ein auto oder haus leisten? Die
antwort: korruption).
Unser naechstes ziel war old merw. Im 11./12. Jh war merw die hauptstadt
des seldschukenreiches (1. Mio einwohner). Doch nachdem dschingis khan
um 1226 durch zentalasien marschierte und staedte mit samt dessen
einwohner zerstoerte, hat es hier nun, nur noch vereinzelte ruinen. Im
bus von ashgabat nach old merv, lenten wir einen einheimischen kennen,
welcher fuer uns alles (besichtigung von merw, hotel) organsierte und
uns am naechsten tag zu sich nach hause einlud. Wir verbrachten den
ganzen nachmittag mit schlemmern und gespraechen bis er uns am abend
noch nach tschardschou (3 std. Fahrt mit einem "taxi" begleitete und
uns half ein ticket fuer den nachtzug nach urgentsch in uzbekistan zu
kaufen (was ohne russisch nicht einfach ist!)
Die zwei uzbekischen frauen im zugsabteil schauten uns mit kritischen
blicken an, als wir mit unseren riesenrucksaechen antrabten. Doch nach
ein paar konversationsversuchen in russisch akzeptierten sie uns wie
ihre eigenen kinder und zwangen uns regelrecht mit ihnen zu essen (brot,
viel fleisch usw.) sie stopften uns bis uns die baeuche wehtaten und
wollten uns zu sich nach hause einlagen. als wir ihnen klarmachten, dass
wir leider ein anderes reiseziel hatten, packten sie uns das restliche
essen als weiteren "reiseproviant" ein.
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Vor der Küste bei Turmenbashi

Ashgabat, die Hauptstadt in der Wüste

In Bairam Ali bei Dowran's Familie

Old Merw...einst eine der groessten Staedte der Welt
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