| 24. August 2000: Kirgisstan (Zentralasien) |
Nach 4 stuendiger fahrt ins suedl. Gebirge kirgisstans erreichten wir kara-kol, eine langezogene
arbeiterstadt. Nach einem muehsamen tag, an dem wir mit taxifahrern feilschen mussten, ein
polizist grundlos 20 usd von uns wollte (wir gaben sie im nicht) und wir mit den letzten
paar som's ein brot und 4 tomaten kaufen konnten (keine geldwechselmoeglichkeit!) stand
ploetzlich wie ein engel island vor uns. Der junge kirgisische familienvater lud uns ein,
bei ihm zu uebernachten. Dankend nahmen wir sein angebot an, holten unsere rucksaecke aus
unserem zimmer und schlichen uns aus dem noch nicht bezahlten hotel! Island's frau tischte uns noch viele feine
sachen auf waehrend wir uns mit ihm im gebrochenen englisch unterhielten.
Nach einer
wohltuenden nacht organisierten wir am naechsten morgen eine fahrgelegenheit ueber das gebirge
ins 400 km entfernt gelegene bishkek. Es war eine anstrengende fahrt, denn ein grossteil der
strasse war ungeteert und der fahrer musste immer wieder zick-zack fahren, um den vielen schlagloechern auszuweichen.
Dazu kam noch, dass wir 4 erwachsene und drei kinder (welche sich mind. 10 mal uebergeben mussten!) in einem lada waren.
doch unsere strapazen wurden durch die wunderschoene gebirgslandschaft mit pferdeherden, und kirgisichen nomaden,
welche in yurt's (eine art zelt) leben, entschaedigt. Nach rund 10 stunden fahrt (ueber zwei 3200m hohe paesse)
erreichten wir endlich bishkek.
Unser ziel war es, als erstes ein chinesisches visum zu bekommen, um ueber den torugart-pass
nach china zu reisen. Beides stellte sich als nicht ganz einfach heraus. das chin. Konsulat
hat einerseits nur mo/mi/fr offen und auch nur von 9.15 - 12.00 (puenktlich, wie wir
erfuhren mussten, denn die frau am schalter schloss einmal um 12.02 das fenster vor unserer
nase, als wir ihr unsere paesse mit dem fertig ausgefuellten antrag geben wollten.)
zum glueck lernten wir zwei kirg. Studentinnen kennen, welche uns ein zimmer bei einer
russischen familie vermittelten. Alles ganz sauber und richtig heimelig. Wegen dem konsulat
waren wir nun halt gut eine woche in bishkek gestrandet. Dazwischen fuhren wir fuer zwei
tage in die berge nach ala archa, welches ½ autostunde ausserhalb der stadt liegt. Die
kirgisen nennen die berge "klein switzerland". Tatsaechlich mussten wir mit ein "ganz
klein wenig heimweh" feststellen, dass wir uns gerade so gut in den schweizerbergen
befinden koennten. Wir stiegen einmal bis auf 3370 meter hoch. wunderschoooeeen!
Die zeit in bishkek vergeht wie im fluge, obwohl wir eigentlich nichts anderes machen,
als ein bisschen in der stadt zu spazieren, ins internet gehen und andere travellers treffen.
Aber das tut auch mal gut. Bishkek ist im vergleich zu allen anderen zentralasiatischen staedten,
wohl die modernste und am meist europaeischte stadt, wo frauen in traegershirt und mini herumlaufen
(ohne kopftuch versteht sich). Die stadt ist extrem gruen, d.h. man spaziert fast staendig unter
baeumen und durch paerke.
Vielleicht habt ihr gehoert, dass im sueden kirgistans's ziemlich viel lost ist (rebellen und so)
wir spueren hier in bishkek ueberhaupt nichts von all dem.
In ganz zentralasien (wie auch schon in der tuerkei) trafen wir sehr nette und gastfreundliche
menschen an welche sehr interessiet an auslaender sind uns sich sehr gern mit uns fotografieren
lassen (vorallem auf dem land). Obwohl alles nachbarlaender sind (ex udssr) sind die menschen
in ihrer lebensweise und ihren traditionen ziemlich verschieden. Um einzukaufen geht man
nicht in ein einkaufzentrum sondern man findet wirklich alles am bazar (so sind torten,
guetzli und bonbons aus kartonschachteln, brot aus kinderwagen, halb gemetztgete pferde und
kuehe auf handkarren nichts speziellen mehr fuer uns). Am spannensten war der bazar, als wir
einmal mit unserem ganzen gepaeck mitten hindurch gingen. wir wurden mit grossen augen angestarrt
und sicher fast 100mal gefragt woher wir kommen. Viele male wurden wir zu tee eingeladen und
sogar einmal mit seidenstoff und traditionellem hut beschenkt.
Heute (nachdem wir das 4. mal auf dem konsulat waren!) bekamen wir nun tatsaechlich unser
china visum. Also gehts morgen los ueber den torugart-pass (3700 meter) nach kashgar. Wie
wir gehoert haben, soll es eine wahnsinnig eindrucksvolle und abenteuerliche fahrt sein.
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In den Bergen bei einem Tänzchen mit iranischen Touristen

Unsere sehr heimelige Bleibe in Bischkek, bei Babuschka
Tamara und ihrer Familie

Auf dem Weg zum TorugartPass nach China
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