| 8. September 2000: West-China |
Es stellte sich heraus dass man den torugart-pass fast nicht auf eigene
faust ueberqueren kann. somit fuhren wir schlussendlich zu siebt
(organisiert von einem reisebueros) mit einem bus ueber den 3700 meter
hohen pass von bishkek nach kashgar (china). was eine super entscheidung
war. wir waren eine super truppe. obwohl wir fuer die ca 600 km 2 tage
brauchten, mit uebernachtung (zu siebt in einem zimmer von
einheimischen) mitten in den bergen mit einer sternennacht die wir noch
nie gesehen haben, verging die zeit wie im fluge. wir lernten chinesisch
(war sehr lustig), quaselten ueber unsere reiseerfahrungen oder
bestaunten die schoene gebirgslandschaft. unser fahrer musste mehrmals
den motor des busses wieder auf trab bringen und als wir dann
schliesslich nach all den polizeichecks und zollformalitaeten am abend
in kashgar ankamen, waren wir doch sehr muede.
Kashgar ist viel belebter als in die staedte in zentralasien. ueberall
menschen auf den strassen, tausende von velos. das wichtigste an einem
auto schienen nicht die bremsen, sonder die hupe zu sein...! die stadt
hat uns voellig fasziniert. hier fanden wir das "zentralasien" das wir
in uzbekistan erwartet haben (bevor es wahrscheinlich von den russen
zerstoert worden war). kashgar ist mehrheitlich von uiguren bewohnt,
welche den uzbeken sehr aenlichen sind. es geht hier noch zu und her wie
vor hunderten von jahren. zwischen den lehmhaeusern, in den tausendenden
von schmalen gaesschen, wird gelebt und gearbeitet. ueberall handwerker,
metztger, zahnaertzte spielende kinder...beeindruckend.
aber leider ist diese idylle von den chinesen stark gefaehrdet. die
riesige altstadt ist bereits umgeben von noch groesseren und noch
breiteren strassen und es gibt (wurde uns erzaehlt) plaene von grossen
ueberbauungen im gebiet der altstadt! wirklich sehr traurig wie die
chinesen zu ihren uigurischen buergern stehen!
am sonntag stand dann der beruehmte grosse markt von kashgar auf dem
programm. wahnsinnig vorallem der tiermarkt! tausende von schafen,
kuehe, pferden und sogar kamele. gleich daneben bambelten die
frischgeschlachteten leiber vor den "restaurants"! (en guetae).
(am selben abend fanden unsere torugartreisekollegen in ihrem badezimmer
eine ente und ein hahn vor! am naechsten morgen als der hahn halt
gekraet hat wurde er von den den wahrscheinlich immer noch besoffenen
englischen zimmergenossen, welche ihn am markt gekauft haben, vom 4
stock aus dem fenster geschmissen, die ente war noch da...sie hat nicht
gekraeht!!!)
da wir in bishkek einfachheitshalber nur ein 7 tage transitvisa besorgt
haben (dafuer brauchte man keine einladung, die 60 usd gekostet haette!)
gingen wir in kashgar am montag dann sogleich auf das polizeioffice um
das visa zu verlaengern (wir haben gelesen, eine sehr einfache sache).
das einzige was der polizeiofficer sagte: transitvisa, not possible to
extend, quickli go....! (geht schnell aus dem land, sonst gibts noch
eine busse). ich (dani) fiel aus allen wolken und war total enttaeuscht
(mussten wir nun tatsaechlich china bereits wieder verlassen und dann
wohin? wir probierten es noch auf einem zweiten polizeiposten, aber das
selbe. er machte uns nur eine kleine hoffnung, dass wir vielleicht in
urumqi eine chance haben, eine verlaengerung zu bekommen. somit stiegen
wir halt noch am selben abend in den direktbus ins 1400 km entfernte
urumqi ein. vor dem schlafbus trafen wir zum glueck noch einen traveler
an (ein schweizer). obwohl die strasse teilweise miseralbel war, waren
die 38 stunden im bus mit jassen und quatschen doch nicht so lang. der
bus hielt nur 3 mal zum essen an und einigemale zum pinckeln. (das
heisst irgenwo in der wueste sah man links vom bus die maenner und
rechts die nackten fuedli der frauen...)
in urumqi suchten wir natuerlich als erstes den polizeiposten auf.
...die selbe antwort! nach langen bitti und baetti bekamen wir dann
doch noch 10 tage galgenfrist (verlaengerung), was uns eigentlich nicht
wirklich weiterhalf , da fuer den rest von china und vorallem tibet zu
wenig zeit blieb. somit mussten wir uns entscheiden was zu tun ist...wir
kauften uns ein flugticket von lanzhou (in der mitte von china) nach
hong kong um dort ein neues, richtiges visa zu beantragen.
urumqi ist total anders als kashgar. eine extrem moderne stadt mit
riesigen hochhauesern und hunderten von stylischen laeden (viel
guenstiger als london oder NY...christmas shopping in urumqi?! gemaess
unserem reisefuhrer gabs aber doch noch eine kleine altstadt wie in
kashgar. ich (dani) machte mich auf die suche nach dieser...und was ich
vorfand war verheerend! ich fand zwar noch ein sehr kleines gebiet wo
die uiguren in ihrer urspruenlichen weise lebten, aber ringsherum
laeute, welche ihre bereits zerstoerten haeuser anschauten! die neue,
noch nicht gebrauchte strasse mitten durch einen alten friedhof oder die
bahnlinie mitten durch das wohnquartier, schockten mich wirklich!
in den zehn verbleibenden tagen in china reisten wir somit weiter
richtung flughafen von lanzhou.
mit einem superschoenen nachtzug gings in 12 stunden (ohne ruetteln)
nach dunhuang. eine turistische stadt die selber nichts spezielles ist
aber ausserhalb mehre sehenswuerdigkeiten hat. nach einer kurzen fahrt
mit unseren superschlechten gemieteten velos, erreichten wir die
riesigen sandduenen. es sieht wirklich aus wie in einem gebirge einfach
alles aus sand! nur die wuestenidylle ist es nicht, denn es sah aus wie
auf einem riesigen rummelplatz. tausende von touristen (99,9 prozent
chinesen), kamelritte und schlittenfahren auf sand waren die
attraktionen. wir sparten uns diesen spass und kletterten fuer den
sonnenuntergang auf den spitz einer riesigen duene. weniger anstrengend
als das raufkriechen, war das runterspringen, fast flogen wir ueber die
steilen sandwaende herab! am naechsten tag besichtigen wir mit zwei
anderen travelers die weltbekannten mogao grotten. nur leider sagte uns
niemand, dass wir ohne fuehrer und mit dem fast 10 dollar fuer das
ticket nur vor den 492 verschlossen tueren der hoelen stehen! somit
mussten wir immer warten bis eine chin. gruppe mit fuehrer kam, um
einige der hoehlen zu besichtigen. die raeume mit den vielen
buddhafiguren und wandmalereien, die wir sahen waren wircklich sehr
schoen.
der naechste halt war nach 9 stunden busfahrt, jaiyuguan, das westende
der grossen chinesichen mauer. wieder machten wir uns mit einem fahrrad
auf den weg. aber leider fanden wir keine grosse, sonder nur eine kleine
chinesische mauer! denn sie war nur ca. 500 meter renoviert (wieder
aufgebaut) und wirklich nicht sehr gross. doch die aussicht von der
mauer auf die suedlichen auslaufer der wueste gobi war genial.
wir entschieden uns, am naechsten abend mit einem sleeperbus (bus mit
betten) direkt weiter nach lanzhou zu reisen. nach etwa 1 stunde fahrt
wurden wir immer stutziger, ob wir auch wirklich in die richtige
richtung fuhren, denn die sonne war auf der falschen seite! tatsaechlich
war die richtung falsch, denn der fahrer lud noch ca. 25 arbeiter und
bauern ein bevor wir dann nach ca. 2.5 stunden wieder jaiyuguan
durchfuhren und dann tatsaechlich richtung lanzhou unterwegs waren. das
problem war nur, dass noch etwa fuenf bettplaezte frei waren bevor die
25 leute einstiegen! sie sassen zu fuenft in einem schmalen 2er bett!
die nacht war dann nicht so angenehm, denn es war rauchig und sehr
unruhig! wir waren beide sehr froh, als wir am morgen endlich in lanzhou
ankamen.
die wuestenlandschaften waren hinter uns, es regnete! muede und im regen
machten wir uns auf die suche nach einer bleibe, zum glueck fanden wir
dann auch bald ein schoenes guenstiges hotel.
lanzhou ist eine riesige stadt mit mehr als 2,5 millionen einwohner.
dementsprechend gross ist auch das angebot an restaurants. gleich hinter
unserem hotel war eine strasse mit hunderten von kleinen restaurants und
strassenkuechen. super guenstig assen wir dort gute chinesische gerichte
(fuer max. 1 franken pro person). einen ganzen tag verbrachten wir in
einem sehr schoenen park oberhalb der stadt. mit einer gondelbahn (!)
fuhren wir dann am abend vom park zueruck ins zentrum. im gegensatz zu
zentralasien wo wir die einheimsichen fotografiert haben, werden wir
hier als interessante objekte, von chinesischen turisten fotografiert.
nach zwei naechten in lanzhou fuhren wir um sechs uhr morgens mit dem
bus richtung flughafen. vor dem abflug richgung shenzen (grenzstadt zu
hongkong) gabs dann noch schnell ein chinesisches fruestueck (instant
nudelsuppe).
nach 4 stunden flug waren dann bereits im suedosten von china und
standen bald an der grenze zu hong kong... |
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Messerschleifer am Markt in Kashgar

Kashgar...

Unsere längste Busfahrt...Kashgar - Urümqi 38 h
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