11. Oktober 2003: Abfahrt Bahnhof Zürich
Uster-Cesme

11. Oktober 2003, Zürich HB, 10:07

 ich habe mich von Mami und Jeannette verabschiedet.
Etwas Tränen, gute Wünsche, ein letztes Drücken und ich sass alleine im
Zug.
Nun war es soweit, meine Reise hat begonnen. Eigentlich hat sie ja schon
vor Langem begonnen. In meinen Gedanken. Vor drei Monaten, dann habe ich
gekündigt und der Countdown hat begonnen. Meine Gefühle gingen seit dann
rauf und runter. Grosse Vorfreude, Ungewissheit, soll ich überhaupt gehen?
Zum Abschied gab mir Jeannette eine Karte:"Alle Reisen haben eine heimliche
Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt."
Wann werde ich sie wohl wissen?

Also ich sitze nun im Zug, eigentlich nicht alleine, denn er ist fast bis
zum letzten Platz besetzt. Arth Goldau, Mailand, Ancona und ich bin 9 Stunden
später schon vor dem Schalter der Marmara Lines in Ancona. Das Borden verzögert sich. Die Besatzung ist um ein Radio versammelt, News vom Fussballspiel
Türkei-England. Da bleibt noch Zeit für eine Pizza in der schönen Altstadt
von Ancona.
Um 21.00 Uhr ist es dann soweit, gerade als ich vom Pizza essen zurückkomme,
öffnet das Schiff seine Tore und da ich als fast Einziger ohne Auto unterwegs
bin, werde ich an der Rezeption des Schiffes als erster Gast willkommen
geheissen.
Ich werde zur Kabine geführt, vier Betten, welche später auch alle belegt
sein werden.
Bis das Schiff 1 1/5 Stunden später abfährt, stehe ich zuoberst auf Deck
und schaue nachdenklich auf die prächtige Altstadt von Ancona. Fühle mich
nicht besonders gut. Vermisse Jeannette. Gehe bald schlafen.
Gut ausgeschlafen lerne ich am Morgen beim Frühstück meine Zimmergenossen
kennen. Iskender aus der Türkei und Hassan aus dem Irak. (der Vierte, ein
ältärer Syrier, ist wieder ausgezogen, das obere Bett war im zu hoch oben)
Beide leben in Deutschland und sprechen perfekt deutsch. Iskender macht
etwas "Business" in der Türkei, Hassan besucht für 3 Wochen seine Verwandten
in Bagdad. Hassan ist mir sehr sympathisch. Wir haben gute Gespräche. Ich
wünsche ihm, dass alles gut geht. Dann ist da noch Nicola, ein Fotograf aus
Paris. Er geht mit einer Kollegin für eine franz. Hilfsorganisation nach
Mosul, in den Norden des Iraks. Christine aus Deutschland verbringt, wegen
ihrer Krankheit, den Winter in der Südtürkei und Selcuk und Maria, leben
in der Schweiz, und fahren in ihr Ferienhaus.
Das Schiff ist wunderschön, sehr gepflegt und sauber. Ich verbringe viel
Zeit auf dem Sonnendeck. Neben dem vielen Reden, lese ich, höre träumerische
Musik und bekomme einen roten Kopf. Vom wunderschönen Wetter. So vergehen
die 2 Tage und 3 Nächte, an welchen wir entlang schönen griechischen Inseln
fahren, wie im "Flug".
Mit dem Sonnenaufgang am Dienstag Morgen erreichen wir Cemse in der Türkei.
Ich verlasse das Schiff aber nicht zu Fuss, sondern in einem neuen 4x4 Honda
mit Seriv, einem Türken (Kurden), welcher in Frankreich lebt und mich bis
nach Mus, ganz im Osten der Türkei, mitnehmen wird.
Die Zollformalitäten dauern ein wenig (wegen den vielen Autos). Genügend
Zeit, mich von allen zu verabschieden. Wir waren alle zusammen 2 Tage lang
im selben Boot.
Es war so spannend, all die verschiednen Gründe für diese Reise zu erfahren.
Es herrschte eine ausgezeichnete Athmosphaere auf dem Schiff. Türken, Kurden,
Araber, einige Europäer, ein schönes Erlebnis...

 

 

 

 

 

 

 

 


Jimmi unser Gastgeber in Istanbul...

Sorge dich nicht um morgen!
Lebe heute, lebe im Moment,
denn dies ist die einzige Wahrheit.

"Jimmy"