14.-19.Oktober 2003: Türkei

1650 km in zwei Tagen und schon war ich in Mus, ganz im Osten der Türkei...

Die vielen Autos verzögerten die Zollkontrolle am Hafen etwas. 2 Stunden
später waren wir aber dann, im schönen Dörfchen Cesme und ich bezog rasch
300 Millionen türkische Lira vom Bancomat. Dann ging's mit dem neuen 4x4 Honda
von Sheriv mit kurzen Essenstops los Richtung Osten. Sheriv hatte mich
gewarnt vor den verrückten Autofahrern. Er selber fuhr glücklicherweise
wirklich sehr anständig. Wir haben uns mit Fahren abgewechselt. So lernte
auch ich die türkischen Autofahrsitten kennen, welche mir gar nicht so
schlimm vorkamen. Ich denke die Italiener sind eher schlimmer. Grüne
hügelige Berge, wechselten sich mit kargen flachen Ebenen ab. Als es schon
dunkel war, erreichten wir Göreme. Ein kleines touristisches Dorf inmitten
von Cappadoccia. Wunderschöne Gegend, nur leider sah ich nichts davon, da
als wir um 5.00 Uhr wieder weiterfuhren, war es immer noch Dunkel! Doch
erfuhr ich beim Nachtessen in Göreme den Grund der Reise von Sheriv. Er
lebt ja in Marseille mit Frau und 2 Kindern und er fährt nach Mus, seinem
Heimatort, um zu Heiraten! Da seine jetzige (erste Frau) nicht nach Mus
umziehen will, muss er der Tradition wegen in Mus nochmals heiraten.
Anstrengend sei das, meinte er, obwohl seine 19-jaehrige zukünftige Frau
sehr hübsch sei. Am späten Nachmittag erreichten wir Mus. -
Die beiden Brüder von Sheriv erwarteten uns und nach der Begrüssung gab's
zuerst mal einen "Cay". Leider kann ich kein türkisch (mein französisch
ist gerade noch ein wenig besser) und Sheriv musste alles für mich
übersetzen. Nach dem Tee brachten sie mich in ein Hotel und wir
verabschiedeten uns. Ich war doch etwas überrascht, dass wir uns später
nicht mehr sehen sollten, doch anderseits auch froh, nun mal alleine zu sein.
Ich spazierte noch etwas durch die Stadt, konnte noch knapp einen Döner
essen, bevor ich total müde ins Bett fiel.
So richtig ausgeschlafen ging nun das "eigentliche" Reisen los. Mit
Handverständigung und meinen 5 Wörtern türkisch fand ich dann die
Bushaltestelle und kurz später sass ich für 3 Stunden im Minibus nach
Tatvan. Der Grund für meinen Halt dort ist ein 3000 Meter hoher Vulkan mit
mehreren Seen. Ich bestieg in jedoch nicht , sondern fuhr mit einem Taxi
rauf und wieder runter. Der Hotelkellner begleitete uns, er konnte etwas
Englisch. Tatvan selber , eine "Ein Strassen -Stadt" ist nichts Besonderes.
So ging ich zum Berber und anschliessend in ein türkisches Hammam. Das tat
gut. Zuerst mal waschen, dann etwas auf den heissen Marmorplatten liegen und
dann die Massage! Zuerst fegte der Masseur meine komplette braune
Hautschicht vom Körper und liess danach alle meine Gelenke knacken! Es
kamen Zweifel auf, ob die Massage eine gute Entscheidung war, doch ich
überlebte sie. Der Masseur war echt nett und fand mich, wieder auf den
heissen Marmorsteinen liegend am entspannen (erholen), und gab mir noch ein
paar extra "Knacks"! Nein, so schlimm war es doch wieder nicht und ich fühlte mich danach wie neu geboren.
Zurück im Hotel versuchte ich die türkische Livemusik, die von unten
raufdröhnte, zu ignorieren und ging früh ins Bett!
Es regnete das erste Mal so richtig fest, als ich mich auf den Weg machte.
Glücklicherweise ging es keine 5 Minuten und ich sass in einem Minibus nach
Van, eine grosse Stadt ganz im Osten. Van schien mir von Anfang an
sympathisch und noch auf dem Weg in ein Hotel, wurde ich schon von
Englisch-Studenten angesprochen. Bis ich mich später mit einem von ihnen
zum Tee wieder traf, schlenderte ich etwas durch die Stadt. Ich war erstaunt,
wie viele Frauen hier im Osten modern angezogen und ohne Kopftuch rumlaufen.
Da 1912 Van von einem Erdbeben total zerstört wurde und an einem neuen Ort
wieder aufgebaut wurde, fehlt leider eine schöne Altstadt komplett. Dafür gibt
es in der Umgebung einige interessante und beeindruckende Ruinen anzuschauen.
Ich entschied mich von hier direkt mit dem Bus in den Iran zu fahren und so
ging ich 2 Tage später mit meinem grossen Rucksack zum Busbahnhof, um
in den Iran zu reisen.
Ich war somit nur 6 Tage in der Türkei. Habe in dieser Zeit viel Kebab
gegessen, bin vielen netten Menschen begegnet, sah bezaubernde Landschaften
und habe mich langsam ans alleine Reisen gewöhnt.
Alsbald ich als ausländischer Tourist beim warten auf den Bus erkannt
wurde, sprachen mich zwei Iraner an. Sie leben als Flüchtlinge in der
Türkei, da sie sich in Iran gegen die Regierung aufgelehnt hatten und
brachten ihre Verwandten zum Bus, welche sie besucht hatten. Sie baten mich, zur Erinnerung ein Foto von ihnen zu machen und bedankten sich dann sehr herzlich dafür. Sie waren uh nett!
3 Stunden dauerte die Fahrt bis zur Grenze, genügend Zeit meinen iranischen
Sitznachbarn, "Abbas", kennen zulernen. Er konnte einige Wörter Englisch und
so lernte er mir Farsi und ich im Englisch. Es ging nicht lange und er lud
mich zu sich nach Hause ein und ich musste versprechen, dass ich ihn, in
seiner Stadt besuchen werde.
Die Zollkontrolle ging rasch vorüber. In den linken Warteschlange die
Frauen, jetzt alle mit Kopftuch, in der rechten die Männer...

 

 

 

 

 

 

 


Jimmi unser Gastgeber in Istanbul...

Sorge dich nicht um morgen!
Lebe heute, lebe im Moment,
denn dies ist die einzige Wahrheit.

"Jimmy"