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Mitten in der Wüste liegt
der Grenzposten Iran-Pakistan. Ein
iranischer Taxifahrer brachte mich und ein japanischen Pärchen die
letzten 80 km von der letzten Stadt im Iran durch die flache sandige
Wüste zur Grenze. 5 Minuten und ich war ausgestempelt und war schon
gleich im Zollhäuschen von Pakistan. Da sassen Marinne und Eric mit den
beiden Zollbeamten am plaudern. Ich traf das Pariser Paar schon mehrmals
im Iran. Schon eine ganze Stunde tauschten sie Wissen mit den Pakistani
aus, konnten schon ein paar Wörter Pakistani. Auch sah ich Marinne zum
ersten Mal ohne Kopftuch. Es wurde ihr versichert, dass sie in Pakistan
dieses nicht mehr brauche. Nachdem auch ich meinen Pakistani Stempel
hatte, fuhren wir zu fünft in einem Pickup ins erste Dorf.
Wow, nicht wie erwartet im Iran, sondern hier hatten
fast alle Männer einen langen Bart, viele davon mit Henna rot gefärbt
und zum Sonnenuntergangs-Gebet sassen einige dutzend Männer auf einem
grossen Platz in der Mitte des Dorfes im Freien am beten! Bis am Abend
der Nachtbus nach Quetta abfuhr, sassen wir in einem Restaurant, welches
für uns etwas kochte, trotz Ramadan. Wir alle genossen das Curry
Linsengericht, endlich mal was anders als Reis und Kebap! Bizarr war,
dass wir mitten in der Wüste, im Grenzdorf von Pakistan während dem
Essen einen Tierfilm mit tiefstenglischen Kommentar sahen!
Irgendwann am Abend fuhr der bis auf den letzten Platz gefuellte Bus
dann ab. 12 Stunden durch die Wueste, viel geschlafen habe ich nicht, in
Nachbuessen eingentlich normal , doch der Pakistani neben mir, der sich
irgenwie vorstellte er saesse alleine auf den beiden Sitzen foerderte
die Freinacht doch um einiges. Dank der, durch den hellen Mond in einem
mystischen Licht scheinenden, Wueste, genoss ich die Fahrt aber doch
sehr.
Um 12.00 Uhr erwachte ich im meinem grossen Zimmer in Quetta, wo ich
gleich ins Bett viel als wir morgen frueh hier ankamen. Eselkarren,
Ricksha's, alles voller Laeute, ein extrem buntes, lebendiges Leben, was
ich von Indien her kannte, fand ich auf der Strasse. Ich war nicht lange
durch den Bazaar spaziert, da sprach mich schon Adil an, ein junger
Pakistani, welcher mich die Stadt zeigte zum trinken einlud und eine
Musik Cd schenkte. Er hat ein gutes Bild von Amerika, es sei natuerlich
dass Laender ueber andere herrschen und sie bringen auch immer etwas
gutes, wie Bildung, Infrastruktur usw...das war seine Meinung.
Auch am zweiten Tag in Quetta wurde ich eingeladen, von einem Lehrer.
Wir trafen uns als ich einen warmen Umwurf kaufte, er half mir einen
guten auszusuchen und lud mich dann zu sich zum Essen ein. Wie immer, am
Boden, wurde mir ein super gutes Nachessen gebracht und wir alle assen
zusammen. Seine drei kleinen herzigen Maedchen und seine Frau. Es sei
das erste Mal ueberhaupt, dass ein fremder Mann mit seiner Frau zusammen
ist. Nur verwandte essen nach der Tradition mit den Frauen im gleichen
Raum. Es war ein wunderschoener Abend, so herzlich waren sie alle.
Tags drauf erhielt ich beim dritten Versuch mit meiner EC Karte erfolgreich
Rupies
vom Geldautomaten und ich kaufte mir ein Zugticket nach Peshawar, 32
Stunden fahrt bis ganz in den Norden am Fusse des Hilmalaya Gebirge.
Marine und Eric nahmen erste Klasse ich zweite.
Als ich einstieg erschrak ich doch ein wenig und beraeute meine
Entscheidung schon fast, doch die etwas gepolsterte Flaeche ueber den
Sitzen, war nicht die Gepaeckablage sondern mein Schlafplatz und Masoud
der auch im selben Abteil sass, nahm mich sofort als seinen Gast auf. So
verbrachte ich eine sehr schoene Fahrt mit Plaudern (Masoud konnte etwas
englisch), lesen und aus dem Fenster schauen. Bald haben wir auch die
Wueste hinter uns gelassen und wir fuhren durch eine gruene Landschaft.
Alle paar Stunden hielt der Zug 20 Minuten, Zeit auf dem Perron
essen zu kaufen und mit Marinne und Eric zu plaudern. Doch eigentlich
gegessen habe ich nicht viel, da ja immer noch Ramadan war, machte ich
an diesem Zugtag mit meinen Kollegen im Abteil das fasten mit. Also ass
ich auch um 04.00 etwas und dann erst nach Sonnenuntergang wieder.
Hier nun in Peshawar bin ich im Tourist Inn Hotel, so ein richtiger
traveller Ort. Mit Schlafsaelen, Fernseher der permanent laeuft und der
pakistanische Besitzer, welcher von morgens bis abends kifft! Jeder von
den dutzend Travellern kann abenteuerliche Geschichten erzaehlen. Einige
reisten durch Afghanistan, seit kurzem wieder offen, sie waren alle
begeistert von der Landschaft und vorallem von den sehr
Gastfreundlichen und netten Menschen.
Peshawar ist eine extrem beeindruckende Stadt, die Altstadt ist wohl
einer der lebendigsten die ich gesehen habe. Ueberall Geschaefte,
Fruechte, Goldschmiede, Stofflaeden, „Kuhfuss-Strasse", kleine
Gassen, verstopfte Strassen mit Eselkarren, Rikschas, Autos,
Fussgaenger. Der beruechtigte „Schmuggler Bazaar" auf dem Weg zur
Grenze zu Afghanistan schauten wir uns natuerlich auch an. Da konnte man
sich alles Kaufen, vom Handy ueber die Waschmaschine zur Marken Shampoo
von Frankreich. Die Waffen und Drogen Sektion war aber fuer die
Touristen gesperrt! Einmal von der drei Abende ass ich mit Marinne und
Eric, in einem Restaurant, die anderen beiden Abende wurde ich wieder
eingeladen!
An einem Abend wurden wir zu dritt von einem Jungen, nachdem wir fuenf minuten
mit ihm geredet haben, zu ihm nach hause eingeladen, tags drauf ass ich
in einem kleinen Stoffladen mit zehn Pakistani am Boden all die leckeren
Speisen. Es ist fast schwierig dies als Schweizer (Europaer) anzunehmen
und nicht das gefuehl zu haben man muss etwas zurück geben. Als ich einmal
tags drauf, jemandem als dank etwas Suessigkeiten schenkte, nahm er es an,
war aber nicht wirklich gluecklich darueber, dass ich im, als Gast etwas
gab (zurueckgab).
Wie interessant und schoen es hier in Peshawar auch war, ich war doch froh
das hektische Stadtleben zu verlassen und in die Berge zu fahren. Für die
haelfte der Strecke, erwischten wir einen Bus mit einem totalen Spinnen als
Fahrer dass sogar die Einheimischen sich bemerkbar machten, danach fuhr er dann
etwas normaler! Auf halben Weg mussten (konnten) wir auf einen anderen Bus
umsteigen, ein Pakistani brache uns zur anderen Bushaltestelle in der kleinen
Stadt, wo der Minibus nach Madyan fuhr. Wir konnten in nicht davon abringen
für uns alle zu bezahlen und er fuehrte uns in Madyan bis vor das Guesthouse
und verabschiedete sich dann!
Vor uns schoene weissbedeckte Berge und im
Tal beim und im Guesthouse bitterkalt! Vier Grad zeigte meine Uhr an, im
Zimmer, und mit dem Holzofen (Blechtruhe mit Abzug) brachten wir es am Abend
aber dann doch auf 10 Grad! Doch es war ein sehr interessanter Abend, mit
Fida, dem Besitzer des Caravan Guestouses. Er erzählte uns von den Anfängen
des Tourismus, wie die Hippys in Huetten ohne Wasser schliefen, alle am
kiffen wahren und „gemischt“ im bitterkalten Fluss badeten! Und anscheinend
stoerte sich dabei keine Einheimischen. Doch erzählte er uns auch von der
Gegenwart, wie die konservative muslimische Partei, welche vor dem 11. September
und der Reaktion von der Bush Regierung weniger als 10 Prozent der Stimmen
erhielten und jetzt mit ueber 90 Prozent neu gewählt wurde! Es habe seit
dann leider auch fast keine Turisten mehr und einige Einheimische in dieser
Gegend, schauen diese wenigen auch mit etwas Skeptis an. Dieses Misstrauen
oder eher Ungewisse (auch hier sind die Laeute wie bei uns von den Medien
beinflusst) haben wir hier in dieser laendlichen Gebirgsgegend auch gespührt.
Nicht wegen den Laeuten, denn die waren trotzdem sehr nett, wenn man sie
angelaechelt hat kam immer auch ein Laecheln zurück, sondern wegen der Kaelte
verliessen wir schon am anderen Tag Madyan wieder.
Wieder halfen uns Einheimische (ein lokaler Lehrer) und wir
fanden bald ein Auto welches Eric, Marinne und mich ueber einen Pass ins
karakoram Tal fuhr. Der Fahrer lud uns wohl
im teuersten Hotel in Besham ab, doch die 8 Franken fuer ein Zimmer leistesten
wir uns fuer dieses Mal und genossen die Warmwasserdusche!
Von der Kaelte fluechtend, entschieden sich Marinne und Eric wieder richtung
Sueden zu reisen. So trennten sich also unsere Wege nach gut einer Woche
heute, denn ich nahm um 04.00 Uhr Morgens den Bus richtung Norden. Ich war
mitten in der Nacht noch keine Minute auf der Strasse da kam schon der Bus
und eine Minute später war ich unterwegs nach Gilgit! Acht Stunden fuhren
wir entlang des Flusses durch teilweise tiefe Schluchten und ueber uns ragten
7000 bis 8000 Meter hohe Berge in den Himmel. Gilgit gehört zu Pakistan
doch ist es teilweise Autonom und ist ein Teil von Kaschmir, welches vor
50 Jahren von den Engländern zwischen Indien und Pakistan aufgeilt wurde!
Wie auf immer, die Leute sind extrem Nett und die Landschaft atemberaubend,
sogar fuer einen Schweizer! Das Guesthouse in Gilgit ist ein kleines Paradies,
extrem nette Leute, einen schönen ruhigen Garten in der Mitte (der war sehr
wichtig um mich am morgen an der Sonne aufzuwärmen!) und der Besitzer will
mit dem Guesthouse eine friedliche menschliche Welt fördern.
Weiter entlang des Karakoram Highway fuhr ich nach Karimabad, ein kleines
Dorf an einem Berghang, umringt von 7000 Meter hohen Bergen! Dies ist so
ein richtiges kleines Touristendorf, mit vielen Souvernirläden, Restis und
Guesthäuser. Doch die Turis kannte ich alle bald, wir waren mit mir Sieben
im Dorf! Leider leider, hat hier der „11. September“ spuren hinterlassen,
die
Touristen blieben seit dann fast aus! Erst seit diesem Jahr kommen langsam
wieder einige mehr, und es ist ein wirklich wunderschöner Ort um zu verweilen.
Per Email habe ich erfahren, dass Jeannette, schon 10 Tage früher nach Bangkok
fliegen kann und so machte ich mich bald auf den Weg Richtung Indien. Karimabad
liegt nur noch etwas 3 Stunden von der Chinesischen Grenze enfernt, wieder
den Bus in den Süden nach Islamabad am Fusse der Berge zu nehmen, wäre von
hier aus 20 Stunden fahrt! So leistete ich mir einen Flug! Fuer 70 Franken
eine Stunde entlang und ueber den Schneebedekten Bergen (ich sah den Gipfel
des 8000 Meter hohen Berg nicht, welchem wir entlang flogen!) ins Flachland
nach Islamabad. Man sagt einer der schönsten Flüge der Welt und ich konnte
mir dies gut vorstellen!
Vom Flughafen „brachte“ mich mein pakistanischer Flugsitznachbar per Taxi
bis zum Bahnhof und 10 Minuten später sass ich im Zug nach Lahore!
Im kleinen Guesthouse in Lahore war neben mir noch Hugo,
ein 60 jähriger Holländer welcher mit seinem Fahrrad vor 5 Monaten in Holland
startete und die selbe Route wie ich nahm. Wow. Seine erste grosse Reise, seit
er Pensioniert ist hat er Zeit!
Tags drauf war DER grosse Tag. „Eid“, das Ende des
Ramadan. Drei Tage lang dauert das Fest, es ist die Weihnacht der Moslems. Die Männer
tragen ihren schönsten Pakistani Dress, die Frauen farbige elegante Saris, die
Kinder tragen ihre piek feinen Sonntagskleider und vorallem all die Mädchen
versuchten sich das erste Mal mit schminken und Absatzschuhen! Uh Herzig! Es ist
die Zeit der Familien, man trifft sich zu Hause, in den Pärken zum Essen,
schenkt Geschenke, und ist fröhlich. Für mich war es herrlich nach einem
Monat wieder mitten am Tag auf der Strasse bei den vielen Essenständen essen
zu können und einen süssen Chai zu trinken. Lahore hat eine schöne alte
lebendige verwinkelte Altstadt. In meinem neu gekauften Pakistani Dress,
entdeckte ich die vielen Gassen, ass viel und versuchte zum lokalem Preis
in die grosse alte Festung zu kommen. Mit meinem 3 Wochen Bart und dem Dress
ist es mir doch wirklich fast gelungen, doch der „Mamut Rucksack“ war es,
der mich verraten hat! Also zahlte ich etwas verlegen noch die Differenz,
200 anstatt 10 Rupie!
Meine letzte Fahrt in Pakistan war eine Stunde mit dem lokalen Bus zu Grenze
und...auch zum Abschluss, der Mann mit seinem kleinen Sohn neben mir bezahlte für
mich natürlich das Busticket!
Goodbye friendly Pakistan,
Welcome big India!
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